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Lausitzer Rundschau: Zum Karstadt-Verkauf an Berggruen

Cottbus (ots) - Das lange Ringen in der Gläubigerversammlung bei Karstadt hat gezeigt: Kein Konzept ist wirklich stichhaltig. Ob nun der Verzicht der Mitarbeiter oder der der Kaufhausvermieter die größte Aussicht auf Erfolg verheißt - darum ging es. Niedrige Löhne und niedrige Kapitalrendite - auf ein nur in der Gewichtung beider Faktoren unterschiedliches Sanierungskonzept setzten Berggruen, Highstreet und Triton. Einzig die Metro-Idee einer Deutschen Warenhaus AG, also die Zerschlagung von Karstadt und die Fusion mit Kaufhof, ließ noch gewisse Renditehoffnungen erkennen. Das war den Gläubigern zu radikal. Die Warenhaus AG blieb deshalb am Montag lange außen vor. Missmanagement und Schönrederei waren entscheidende Probleme, die Karstadt zuletzt zugesetzt haben. Geändertes Kaufverhalten einer älter werdenden Gesellschaft auch: Junge Leute wollen schneller wechselnde Moden, Ältere lassen in der Konsumneigung nach. Hinzu kommt unfaire Konkurrenz von Warenhäusern auf der grünen Wiese. Unfair deshalb, weil diese Unternehmen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht den Preis bezahlen für die Grundstücke, der angemessen wäre. Der zum Beispiel auch den Landschaftsverbrauch, die Versiegelung des Bodens, die Zufahrtsstraßen einbezöge. Dafür müssen die Städte jetzt noch mal bezahlen - durch den Verzicht auf die Gewerbesteuer bei der neuen Karstadt. Der Fall zeigt: Die Preisbildung in der Marktwirtschaft muss umfassender und ehrlicher werden, damit ein verzerrter Wettbewerb nicht die Städte verödet oder die Stadtränder zersiedelt. Wieder was gelernt.

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