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Lausitzer Rundschau: Weiter Hausarrest für die Hoffnungsträgerin in Birma

    Cottbus (ots) - Schauprozesse haben es so an sich, dass die auf der Anklagebank schlechte Karten haben. Im Fall der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi war das nicht anders. Das Verfahren gegen die Symbolfigur der Demokratiebewegung in Birma konnte in nichts anderem münden als in einer erneuten Verurteilung der 64-Jährigen. Denn die regierende Militärjunta des Landes verfolgte nur ein einziges Ziel. Sie wollte die größte Gefahr ausschalten, die ihrem Machtmonopol drohte. Das Strafmaß von 18.Monaten Hausarrest reicht bequem dafür aus. Denn Suu Kyi wollte im kommenden Jahr endlich das vollenden, was ihr vor 19.Jahren verwehrt geblieben ist: die Umwandlung ihrer Heimat von einer Diktatur in einen demokratischen Staat. 1990 gewann ihre Nationale Demokratische Liga die Wahlen, doch das Militär verweigerte die Anerkennung des Resultats und griff wiederum selbst zur Macht. Für 2010 hat das Regime nun erneut Wahlen ausgerufen, auch weil der internationale Druck immer größer geworden ist. Wenn es tatsächlich zum Urnengang kommen sollte, dann in jedem Fall ohne Suu Kyi. Sie wäre als absolute Favoritin in eine faire Wahl gegangen. Den Rückhalt in der Bevölkerung hat sie noch immer. Die Menschen lieben Aung San Suu Kyi. Wer mit den Bewohnern Birmas über Politik spricht, spürt schnell den Hass auf die Generäle und die Bewunderung für ihre Freiheitskämpferin. Der Überraschungsbesuch eines Mannes, der angeblich von einem Attentat auf Suu Kyi geträumt hatte und sie davor warnen wollte, machte die Hoffnung eines ganzen Volkes zunichte.

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