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Lausitzer Rundschau

Lausitzer Rundschau: Der Blick nach vorne Obamas Botschaft an den Iran

Cottbus (ots)

Barack Obama ist skrupellos, wenn es darum geht,
sich von gängigen Vorurteile zu lösen. Was er in der 
Wirtschaftspolitik ohne Rücksicht auf die Schar der Kritiker 
durchpeitscht, bestimmt jetzt auch seine Außenpolitik. Die Antwort 
auf scheinbar unlösbare Probleme liegt in einem Bruch mit den 
Lösungsversuchen der Vergangenheit.
So hat er jetzt seine Ankündigung aus dem Wahlkampf wahrgemacht und 
bietet dem Regime in Teheran Gespräche über einen Neubeginn in den 
Beziehungen an. Dafür hat er gute Gründe. Denn so schrecklich die 
Berichte über die Menschenrechtsverletzungen im Iran auch sein mögen,
so wenig unterscheiden sie sich von den Grausamkeiten, mit denen 
beispielsweise die Machthaber in Peking oder die Feudalfürsten in 
Riad ihre Völker traktieren. Man kann im Gegenteil davon ausgehen, 
dass die Herrschaft der Mullahs den Menschen wenigstens noch einige 
wenige Möglichkeiten lässt, Einfluss auf die Politik zu nehmen. Und 
so gesehen macht die gut überlegte Botschaft des neuen Mannes im 
Weißen Haus zum persischen Neujahr den regierenden Fundamentalisten 
in Teheran sicher mehr Probleme als eine erneute Sanktionsdrohung.
Riskant ist der Schritt Obamas vor allem, weil er das ganze mühsam 
zusammengehaltene Machtgefüge im Nahen Osten durcheinander bringt. 
Denn am Iran hängen Hamas und Hisbollah. Damit platzt mitten in die 
Neuausrichtung der israelischen Politik eine Gesprächsofferte, die 
die alten Beschwörungsformeln vom Eindämmen des staatlich 
gesponserten Terrorismus infrage stellt. Noch ist nicht klar 
erkennbar, wo diese Bereitschaft zum Dialog ihre Grenzen finden wird.
Eines aber wird jetzt wieder deutlich erkennbar. Das viel beschworene
gemeinsame Vorgehen der Verbündeten des Westens ist in Wahrheit nur 
eine Tarnkappe der gemeinsamen Ratlosigkeit gewesen. Jetzt, wo der 
Primus neu kalkuliert, beeilen sich alle mit der Feststellung, dass 
sie auch schon immer anders rechnen konnten. Als ob es auf sie 
ankäme.

Pressekontakt:

Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481231
Fax: 0355/481247
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