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Lausitzer Rundschau: Münchner Sicherheitskonferenz beendet: Stolperstein Afghanistan

    Cottbus (ots) - Eine Münchner Sicherheitskonferenz markierte 2002 vor Beginn des Irak-Kriegs den Bruch zwischen der Strategie der Bush-Regierung und den Teilen Europas, die dem Mann im Weißen Haus nicht folgen wollten bei dessen Versuch einer zwangsweisen Demokratisierung von Konfliktregionen. Jetzt konnte nicht oft genug der Neuanfang betont werden. Tatsächlich klang vieles wie ein endgültiger Abschied von den Tagen des Zerwürfnisses. Es wäre ein rundherum schöner Neubeginn gewesen, wäre da nicht Afghanistan und der bislang gescheiterte Versuch, das Land mit etwas weniger Gewalt als im Irak wenigstens zu befrieden. Afghanistan ist der Stolperstein der neu gewonnen Gemeinsamkeiten, der Testfall auf die Belastbarkeit der wiedergefundenen Gemeinsamkeit. Dass die USA Richard Holbrooke an den Hindukusch schicken, ist ein eindeutiges Signal. Holbrooke hat sich als Konfliktspezialist auf dem Balkan dadurch bewährt, dass er den amerikanischen Führungsanspruch verkörperte und durchsetzte. Damals haben sich die europäischen Staaten untergeordnet, aber dennoch mitgemacht. Ob solch eine Art der Zusammenarbeit auch für Afghanistan taugt, muss erst noch erkundet werden. Die deutsche Rolle dabei ist noch offen und hängt entscheidend davon ab, inwieweit sich die Koalition Gehör verschafft bei den Partnern. Aber in Berlin ist im Moment nicht viel an Klarheit zu erkennen. Merkel ist viel zu sehr mit ihren innenpolitischen Querelen beschäftigt und Steinmeier eben nur Vize.

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