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Lausitzer Rundschau: Regierung orakelt über deutlichen Abschwung: Inflation der Prognosen

Cottbus (ots)

Inzwischen vergeht kein Tag mehr, an dem sich
Politiker, Experten und solche, die sich dafür halten, mit 
wirtschaftlichen Horrorszenarien überbieten. Minus zwei Prozent, 
orakelt das Essener Wirtschaftsinstitut RWI. Minus 2,2 Prozent, 
kontert das Ifo-Institut in München. Aber es geht noch schlimmer. 
Denn nun hat sich das Bundeswirtschaftsministerium an die Spitze der 
Bewegung gestellt: Nach seinen internen Berechnungen könnte die 
deutsche Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr um bis zu drei Prozent
schrumpfen.
 Was für Laien eher harmlos klingen mag, würde den stärksten 
ökonomischen Einbruch in der deutschen Nachkriegsgeschichte markieren
- und eine bedrohliche Spirale in Gang setzen. Je deutlicher der 
Abschwung, desto mehr Arbeitslose. Das wiederum mindert die 
staatlichen Steuer- und Beitragseinnahmen bei gleichzeitigen 
Mehrausgaben für Arbeitslosigkeit und Konjunkturmaßnahmen. Die Folge 
wäre ein horrender Anstieg der Staatsverschuldung, für deren Kosten 
spätere Generationen geradestehen müssten. Sicher, es wäre 
fahrlässig, die Augen vor der heraufziehenden Rezession zu 
verschließen. Eine Überdosis an düsteren Botschaften verschärft 
jedoch das Problem. Wenn es stimmt, dass Börse und Wirtschaft auch 
immer Psychologie sind, wird die Verunsicherung so weiter angeheizt.
 Dabei tappen selbst renommierte Wirtschaftsgelehrte weitgehend im 
Dunkeln. Ihre Rechenmodelle taugen kaum für akute Krisen, sondern 
vornehmlich für den ökonomischen Normalfall. Das hat der Berliner 
Wirtschaftsforscher Klaus Zimmermann jetzt freimütig eingeräumt. 
Konkrete Zahlen zur Schrumpfung des Bruttosozialprodukts, die zuhauf 
durch die Landschaft geistern, sind deshalb schlicht 
Kaffeesatzleserei.
Dieser Umstand mindert keineswegs den Druck für ein zweites 
Konjunkturpaket. Handeln ist immer besser, als sich durch düstere 
Prognosen lähmen zu lassen.

Pressekontakt:

Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481231
Fax: 0355/481247
lr@lr-online.de

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