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21.07.2008 – 19:03

Lausitzer Rundschau

Lausitzer Rundschau: Merkel und Beck auf Partnersuche: Wer den Wähler reizt

Cottbus (ots)

Angela Merkel und Kurt Beck sind auf Partnersuche.
Beide geben allerdings nur freimütig zu, was jeder weiß und was einem
in Berlin auch jeder sagt: Union und SPD können nicht mehr 
miteinander. Sie haben ohnehin die Große Koalition nie gewollt. Also 
flehen die Chefs jetzt darum, das Trauerspiel doch bitteschön nach 
der nächsten Bundestagswahl beenden zu dürfen, um sich dann wieder 
auf die alten Lieben FDP und Grüne besinnen zu können. Ob der Wähler 
ihnen den Wunsch erfüllen wird, ist fraglich.
 Die Koalition ist ausgelaugt, nicht nur inhaltlich, sondern auch im 
Miteinander ihrer Protagonisten. In Berlin ist es immer wieder zu 
hören, was am Anfang mit einer gewissen Leichtigkeit begann und sogar
für gewisse persönliche Beziehungen reichte, ist inzwischen zur Qual 
geworden. Insofern würde man beiden Lagern tatsächlich keinen 
Gefallen tun, wenn sie die Zwangsehe nach 2009 weiterführen müssten. 
Den Deutschen vermutlich auch nicht.
Der Wähler ist aber unberechenbar, und daher ist die Möglichkeit 
eines anderen Zweierbündnisses eben nicht so realistisch, wie vor 
allem Merkel betont.
Die Parteienlandschaft hat sich verändert, die Linke ist zu einer 
festen Größe geworden, die Zustimmung zu Union und Sozialdemokraten 
indes sinkt eher als dass sie steigt. Von 40 plus X, was für ein 
Zweierbündnis jenseits der Großen Koalition wohl notwendig wäre, sind
die Volksparteien weit entfernt. Viel Überzeugungsarbeit muss noch 
geleistet werden. Wer jedoch vor allem sagt, er will nicht mehr, 
reizt den Wähler, fürs Gegenteil zu sorgen. Und sei es nur deshalb, 
um die Politiker zu ärgern.

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