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Lausitzer Rundschau: Die Tarifforderungen der deutschen Beamten Neue Muskeln

    Cottbus (ots) - Dass nach zwölf Jahren zum ersten Mal wieder ein deutscher Bundeskanzler, in diesem Fall eine Bundeskanzlerin, beim Gewerkschaftstag des Beamtenbundes auftritt, ist ein deutliches Signal der Anerkennung. Auch wenn den Staatsdienern immer noch der Ruf der Faulpelze anhängt, die Wahrheit ist: Deutschlands Beamte haben in den vergangenen Jahren viel zur Sanierung der öffentlichen Haushalte beigetragen. Durch Einkommensverzicht und Mehrarbeit, durch erhebliche Kürzungen beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Niemand wird dies ernsthaft bestreiten wollen. Angela Merkel (CDU) jedenfalls hat dies mit ihrem Auftritt und ihrem Bekenntnis zum Berufsbeamtentum gewürdigt. Es ist nicht verwunderlich, dass die Beamten nun auch vom Aufschwung profitieren wollen. Andere Branchen machen es vor, wie die Bahn. Und auch in der Metall- und Chemieindustrie wurde in diesem Jahr vergleichsweise hoch abgeschlossen. Nur: Volle Auftragsbücher sind das eine, die Lage der Haushalte ist das andere. Von soliden, öffentlichen Finanzen kann noch lange nicht die Rede sein. Insofern ist in der anstehenden Tarifrunde ein maßvolles Vorgehen oberstes Gebot. Die Zeichen deuten jedoch in eine andere Richtung. Der Beamtenbund und die Dienstleistungsgewerkschaft verdi werden sich eng abstimmen und gemeinsam verhandeln. Das ist neu. Den öffentlichen Dienst macht dies deutlich schlagkräftiger als in der Vergangenheit. Und es wäre schon überraschend, wenn beide Seiten ihre neuen Muskeln nicht kräftig spielen lassen würden. Das Fazit muss daher lauten: Deutschland droht im kommenden Jahr erneut eine harte Tarifauseinandersetzung - nach der Bahn ist dann der öffentliche Dienst dran.

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