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Lausitzer Rundschau: Die weitere Irak-Politik von Präsident Bush Die neuen Kriegsziele

Cottbus (ots)

Es wäre ein allzu leichtes Unterfangen, die
jüngsten Stehversuche von George W. Bush in Sachen Irak mit 
sarkastischen Randbemerkungen zu versehen. Manches von dem, was der 
amerikanische Präsident jetzt in seiner Fernsehrede an die Nation zum
Besten gab, hat tatsächlich fast schon absurden Charakter. Denn 
angesichts der Lage in dem geplagten Land davon zu reden, dass die 
USA wieder die Initiative zurückgewonnen hätten, ist bei objektiver 
Betrachtung schamlos und ignorant.
Aber der Tunnelblick des Mannes im Weißen Haus hat durchaus seine 
eigene Logik. Es mögen Millionen aus dem Land geflohen und 
Hunderttausende ihr Leben verloren haben - die Auseinandersetzung mit
den islamistischen Mordbanden konzentriert sich derzeit tatsächlich 
auf das Zweistromland. Bis zum Ende seiner Amtszeit wird Bush dort 
diesen wechselseitigen Abnutzungskrieg führen können, wenn die 
bislang zerstrittenen Kriegsgegner im Kongress nicht doch noch einen 
gemeinsamen Weg finden.
Dass dabei ein ganzes Land und mit ihm seine Menschen vor die Hunde 
gehen, ist inzwischen von nachgeordneter Bedeutung. Es gilt als 
Erfolg, wenn Iraker sich gegenseitig und vor allem die ins Land 
geeilten Terrorkommandos abschlachten. So hat die US-Armee jetzt auch
konsequenterweise mit der Aufrüstung der Privatarmeen von 
sunnitischen Stammesfürsten begonnen, die ihrerseits für relative 
Ruhe sorgen sollen. Die schiitische Bevölkerungs- und 
Regierungsmehrheit, die inzwischen auch weite Teile des 
Sicherheitsapparates stellt, beobachtet dieses Manöver mit Argwohn 
und wartet die vorhersehbare Machtprobe ab. Und die Kurden 
verfestigen die Strukturen ihres Teilstaates im Norden.
Der Irak-Feldzug des George W. Bush hat bislang vor allem einen 
bemerkenswerten Effekt in seinem Konzept des Krieges gegen den 
Terror. Er lenkt den Strom selbstmordverliebter Fanatiker ab von dem 
ursprünglich durch Osama bin Laden ausgewählten Schlachtfeld 
Afghanistan.
Aber damit wird der Blick auch frei auf das, was dort am Hindukusch 
droht. Das Schicksal der Menschen, für das auch Bundeswehrsoldaten 
ihr Leben in die Waagschale werfen sollen, ist zweitrangig. Was 
zählt, ist die Logik eines verbissenen Kampfes der angeblich Guten 
gegen die offensichtlich Bösen. Wehe dem, der da dazwischen steht.

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