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ADV-Verwaltungsrat: Drei Prioritäten für einen wettbewerbsfähigen Luftverkehrsstandort

Berlin (ots)

Der Verwaltungsrat des Flughafenverbandes ADV hat auf seiner Ländertagung gestern in Frankfurt die Lage des Luftverkehrsstandorts Deutschland beraten. Während der Luftverkehr in Europa dynamisch wächst, bleibt Deutschland deutlich hinter der Entwicklung zurück. Vor diesem Hintergrund formuliert das Gremium drei Prioritäten für eine zukunftsfähige Luftverkehrspolitik.

1. Wettbewerbsfähige Standortkosten sichern

Während der Luftverkehr in Europa das Vorkrisenniveau längst übertroffen hat, liegt das Angebot ab Deutschland weiterhin deutlich darunter. Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche im Wettbewerb um neue Verbindungen: Punkt-zu-Punkt-Airlines, die in vielen europäischen Ländern das Wachstum treiben, bauen ihr Angebot in Deutschland kaum aus. Gleichzeitig wurde seit 2019 mehr als ein Drittel der innerdeutschen Strecken eingestellt.

Diese Entwicklung schwächt die internationale Konnektivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Hauptursache sind die im europäischen Vergleich hohen staatlich induzierten Standortkosten.

Kaweh Mansoori, Vorsitzender des ADV-Verwaltungsrates, erklärt:

"Deutschland darf im europäischen Luftverkehr nicht weiter zurückfallen. Flughäfen sichern internationale Konnektivität, Wertschöpfung und Beschäftigung. Dafür brauchen wir wettbewerbsfähige Standortbedingungen, damit Airlines wieder stärker in den Standort investieren."

2. Klimaschutz investitionsfreundlich ausgestalten

Die Flughäfen stehen zum Ziel klimaneutralen Fliegens. Sustainable Aviation Fuels (SAF) ist dabei der zentrale Hebel. Gleichzeitig sind Produktionsmengen begrenzt und die Kosten deutlich höher als bei fossilem Kerosin. Notwendig sind verlässliche Investitionsanreize für neue Produktionskapazitäten, marktbasierte Hochlaufmechanismen sowie praktikable Instrumente wie Book-and-Claim-Modelle, um den Markthochlauf von SAF zu beschleunigen und administrative Komplexität zu reduzieren. Auch bei der nationalen Umsetzung der EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie gilt: Investitionspflichten müssen technisch und wirtschaftlich realisierbar sein. Zusätzliche nationale Verschärfungen ("Gold Plating") würden den Luftverkehrsstandort weiter belasten.

3. Planungssichere Regulierung gewährleisten

Steigende regulatorische Anforderungen erhöhen den administrativen und finanziellen Druck auf die Standorte. Reformbedarf besteht insbesondere bei der Ausgestaltung des 2. Gebührenkreises in der Flugsicherung, um eine verlässliche Finanzierung flugsicherungsrelevanter Leistungen und Planungssicherheit für kleinere Standorte sicherzustellen.

ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel betont:

"Unsere Flughäfen investieren erheblich in Klimaschutz und Infrastruktur. Gleichzeitig steigen staatlich induzierte Belastungen. Deutschland braucht eine kohärente Luftverkehrsstrategie, die Wettbewerbsfähigkeit, Konnektivität und Klimaziele in ein ausgewogenes Verhältnis bringt."

Der ADV-Verwaltungsrat fordert Bund und EU auf, zusätzliche Belastungen zu begrenzen, staatlich induzierte Standortkosten zu überprüfen und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Deutschland wieder stärker am Wachstum des europäischen Luftverkehrs teilhaben kann.

Seit fast acht Jahrzehnten gehören dem ADV-Verwaltungsrat Vertreter der Bundesländer, Kommunen, Industrie- und Handelskammern, des Deutschen Städtetages sowie weiterer öffentlicher Körperschaften an. In diesem Gremium werden grundlegende Fragen der Flughafenpolitik mit Blick auf die Gesetzgebung erörtert. Als oberstes Organ der ADV dokumentiert der Verwaltungsrat die institutionelle Einbindung und föderale Verankerung der Flughäfen in ihren jeweiligen Ländern und Regionen.

Pressekontakt:

Isabelle B. Polders
Leiterin Kommunikation, Strategie & Nachhaltigkeit
ADV-Pressesprecherin
Tel.: +49 30 310118-14
Mobil: +49 173 29 57558
polders@adv.aero

Original-Content von: ADV Deutsche Verkehrsflughäfen, übermittelt durch news aktuell

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