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Gewerkschaft der Polizei

GdP begrüßt internationale Operation gegen sexualisierte Gewalt an sedierten Personen

GdP zu BKA Operation Medusa

GdP begrüßt internationale Operation gegen sexualisierte Gewalt an sedierten Personen – Opferschutz stärken, Täter konsequent verfolgen

Berlin, 2. Juli 2026. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßt die vom Bundeskriminalamt (BKA) gemeinsam mit den Polizeien der Länder sowie internationalen Partnerbehörden durchgeführte Operation im Rahmen des Projekts „Medusa“ ausdrücklich. Die Identifizierung von 156 Opfern und Tätern sowie 274 neuen Ermittlungsansätzen zeigt eindrucksvoll, wie leistungsfähig moderne und grenzüberschreitende Polizeiarbeit sein kann.

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jochen Kopelke, erklärt: „Die Ergebnisse der Operation Medusa sind ein starkes Signal gegen besonders abscheuliche Formen sexualisierter Gewalt. Die eingesetzten Ermittlerinnen und Ermittler des BKA, der Länderpolizeien und der internationalen Partner haben hervorragende Polizeiarbeit geleistet. Sie geben Opfern eine Stimme und bringen Täter ans Licht, die sich oft über Jahre hinweg sicher fühlten.“

Besonders erschütternd sei, dass viele Betroffene aufgrund der eingesetzten Medikamente und Betäubungsmittel nicht einmal wissen, dass sie Opfer schwerster Straftaten geworden sind. Die systematische Sedierung, die anschließenden sexuellen Übergriffe und die Verbreitung der Taten in digitalen Netzwerken stellten eine besonders perfide Form organisierter Kriminalität dar.

„Wir haben es mit Tätern zu tun, die das Vertrauen ihrer Opfer missbrauchen, deren Erinnerungsfähigkeit gezielt ausschalten und ihre Verbrechen anschließend im Internet dokumentieren und verbreiten. Diese Kriminalität erfordert höchste kriminalistische Kompetenz und moderne Ermittlungsbefugnisse“, so Kopelke.

Die GdP unterstützt ausdrücklich die verstärkte Aufklärungsarbeit von BKA und Länderpolizeien gegenüber Ärzteschaft, Beratungsstellen und Öffentlichkeit. Nur wenn Verdachtsmomente frühzeitig erkannt und angezeigt werden, könne das große Dunkelfeld aufgehellt werden. Gleichzeitig sieht die Gewerkschaft der Polizei politischen Handlungsbedarf. „Wer Opferschutz ernst meint, muss den Ermittlungsbehörden zeitgemäße Instrumente an die Hand geben. Datenschutz darf nicht zum Täterschutz werden. Dort, wo schwere Sexualstraftaten verfolgt werden, brauchen Polizei und Justiz mehr Möglichkeiten zur Auswertung digitaler Beweise und zum internationalen Informationsaustausch“, betont Kopelke.

Die GdP fordert daher:

  • einen weiteren Ausbau spezialisierter Ermittlungs- und Opferschutzeinheiten bei Bund und Ländern,
  • mehr Personal für die Bekämpfung digital unterstützter Sexualstraftaten,
  • eine bessere internationale Vernetzung der Strafverfolgungsbehörden,
  • schnellere und rechtssichere Zugänge zu digitalen Beweismitteln,
  • die Überprüfung datenschutzrechtlicher Hürden, die die Aufklärung schwerster Straftaten erschweren,
  • eine stärkere Unterstützung von Beratungsstellen sowie medizinischen Einrichtungen zur frühzeitigen Erkennung von Verdachtsfällen.

„Jedes identifizierte Opfer und jeder ermittelte Täter zeigt, wie wichtig eine handlungsfähige Polizei ist. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass schwerste Sexualstraftaten mit allen rechtsstaatlichen Mitteln verfolgt werden. Dafür brauchen unsere Ermittlerinnen und Ermittler klare gesetzliche Grundlagen, ausreichende Ressourcen und den politischen Rückhalt, den sie verdienen“, so der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke.

Die GdP dankt allen an der Operation beteiligten Polizeibeschäftigten im In- und Ausland für ihren professionellen Einsatz und ihre erfolgreiche Zusammenarbeit zum Schutz der Opfer und zur Bekämpfung dieser besonders verwerflichen Kriminalitätsform.

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Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist die größte Interessenvertretung der Polizeibeschäftigten Deutschlands. Sie engagiert sich für ihre bundesweit über 210.000 Mitglieder, für die Zukunftsfähigkeit der Polizei sowie auf dem Gebiet der Sicherheits- und Gesellschaftspolitik.

Kontakt: gdp-pressestelle@gdp.de | 030-399921-113

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