bp Pressemitteilung: bp schließt Vereinbarung zum Verkauf der Raffinerie Gelsenkirchen an die Klesch-Gruppe
Bp schließt Vereinbarung zum Verkauf der Raffinerie Gelsenkirchen an die Klesch-Gruppe
- Mit dem Verkauf beschleunigt bp die Umsetzung seiner Strategie – das Unternehmen möchte sein Portfolio vereinfachen und das Downstream-Geschäft auf führende, integrierte Geschäfte fokussieren.
- Die Klesch-Gruppe verfügt über langjährige Erfahrung im Raffineriegeschäft in Deutschland und Europa.
- bp erhöht sein strukturelles Kostensenkungsziel bis 2027 um rund 1 Mrd. USD auf insgesamt 6,5 bis 7,5 Mrd. USD.
- Die Vereinbarung stärkt die Bilanz von bp und schafft ein resilientes Raffinerieportfolio.
Bochum / London, 19. März 2026 – bp hat eine Vereinbarung zum Verkauf der Raffinerie Gelsenkirchen sowie der damit verbundenen Geschäftsbereiche an die Klesch-Gruppe, einen unabhängigen europäischen Raffineriebetreiber, geschlossen. Damit erreicht bp einen weiteren bedeutenden Meilenstein und beschleunigt die Umsetzung seiner Unternehmensstrategie. Das Ziel von bp ist es, das eigene Portfolio zu vereinfachen, die Bilanz zu stärken und das Downstream-Portfolio auf führende, integrierte Geschäfte zu fokussieren.
Mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von rund 12 Mio. Tonnen Rohöl stellt die Raffinerie Gelsenkirchen primär Kraftstoffe für den Straßen- und Luftverkehr her. Sie liefert zudem wichtige Rohstoffe für die petrochemische Industrie in Deutschland und ganz Europa. In mehr als 95 Jahren hat sich der Standort zu einer der größten integrierten Raffinerien Deutschlands entwickelt. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgungssicherheit in der Region Rhein-Ruhr und darüber hinaus. Die 2024 eingeleitete Transformation mit dem Ziel, die Komplexität der Raffinerie zu reduzieren, hat den Standort und seine zentrale Rolle in der chemischen Industrie in Nordrhein-Westfalen weiter gestärkt.
Der Verkauf stärkt die Bilanz von bp: Das Unternehmen strebt nun bis 2027 strukturelle Kostensenkungen in Höhe von 6,5 bis 7,5 Mrd. USD an. Im Zusammenhang mit dem Standort Gelsenkirchen können Einsparungen in Höhe von rund 1 Mrd. USD für die bp Gruppe erzielt werden. Das Kostensenkungsziel für das Jahr 2027 entspricht nun rund 30 Prozent der Kostenbasis von bp aus dem Jahr 2023. Damit hebt bp das Ziel für strukturelle Kosteneinsparungen bereits zum zweiten Mal an. Nachdem bp im Februar 2025 zunächst Einsparungen von 4 bis 5 Mrd. USD angekündigt hatte, wurde dieses Ziel im Februar 2026 – als Ergebnis der strategischen Überprüfung von Castrol – auf 5,5 bis 6,5 Mrd. USD erhöht.
Carol Howle, Interim-CEO von bp, erklärt: „Mit dieser Transaktion stärken wir unsere Bilanz, erhöhen unser strukturelles Kostensenkungsziel und steigern die Resilienz unseres fokussierten Raffinerieportfolios. Zugleich werden wir weiterhin entschlossen Maßnahmen ergreifen, um die Komplexität unseres Portfolios zu reduzieren – mit einem klaren Fokus darauf, Cashflows und Renditen zu steigern sowie Wert für unsere Aktionärinnen und Aktionäre zu schaffen.“
Patrick Wendeler, Vorstandsvorsitzender der BP Europa SE, fügt hinzu: „Gelsenkirchen leistet seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit im Herzen des Ruhrgebiets. Wir bei bp sind stolz darauf, Teil dieser Entwicklung zu sein. Unser aufrichtiger Dank gilt unserem Team für sein Engagement und den jahrzehntelangen Beitrag zu unserem Geschäft. Wir sind überzeugt, dass die Klesch-Gruppe mit ihrer umfassenden Erfahrung im Raffineriegeschäft der richtige Eigentümer ist, um das nächste Kapitel für den Standort Gelsenkirchen aufzuschlagen.“
Die Verkaufsvereinbarung umfasst die Ruhr Oel GmbH – BP Gelsenkirchen (ROG) inkl. der Raffinerie Gelsenkirchen und das Tanklager Bottrop, die ROG-Tochtergesellschaft DHC Solvent Chemie GmbH, Anteile an Logistik-Joint-Ventures sowie das Petrochemie-Geschäft und die Vertriebsaktivitäten der markenunabhängigen B2B-Kraftstoffe, die in der Raffinerie Gelsenkirchen produziert werden. Um die Versorgung in der Region weiterhin zu gewährleisten, hat bp Abnahmevereinbarungen für Kraftstoffe im Straßen- und Luftverkehr sowie Coke geschlossen.
Die Belegschaft der ROG sowie die Mitarbeitenden in Logistik und Vertrieb werden zum Abschluss des Verkaufs zum neuen Eigentümer wechseln. Der integrierte Raffineriekomplex beschäftigt heute rund 1.800 Mitarbeitende.
Vorbehaltlich behördlicher und regulatorischer Genehmigungen soll die Transaktion in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden.
Hinweise für Redaktionen
Über die von der Ruhr Oel GmbH – BP Gelsenkirchen (ROG) betriebene Raffinerie Gelsenkirchen:
- bp Gelsenkirchen (ROG) betreibt zwei Standorte in Horst und Scholven, bestehend aus einem integrierten Raffinerie- und Petrochemie-Verbund sowie dem Tanklager Bottrop.
- Die Raffinerie verarbeitet jährlich rund 12 Mio. Tonnen Rohöl und verfügt über eine Rohöldestillationskapazität von 265.000 Barrel pro Tag. Daraus entstehen Benzin, Diesel, Flugkraftstoff, Heizöl sowie mehr als 50 weitere, v.a. in der chemischen Industrie genutzten Produkte.
- Die ROG ist alleinige Eigentümerin der DHC Solvent Chemie GmbH und hält Beteiligungen am Maatschap Europort Terminal (MET) in den Niederlanden. Zudem verfügt sie über Anteile an der N.V. Rotterdam-Rijn-Pijplining (RRP – einer Rohöl- und Produktpipeline) sowie an der Nord-West-Oelleitung GmbH (NWO) mit deren Pipelines, Rohöltanks, Tanklagern und Entladepunkten.
- Die Transaktion stärkt die Bilanz von bp, steigert den freien Cashflow auf Basis der bisherigen Geschäftsentwicklung und trägt dazu bei, den Cash-Breakeven des verbleibenden Raffinerieportfolios von bp zu senken. Der Abschluss des Verkaufs unterliegt den marktüblichen Anpassungen, insbesondere hinsichtlich des Werts der Lagerbestände zu diesem Zeitpunkt.
- Die operativen Betriebskosten für den Standort Gelsenkirchen lagen 2025 bei rund 1 Mrd. USD.
- Im Rahmen der Veröffentlichung der Q4-Zahlen für 2025 am 10. Februar 2026 hatte bp das Einsparungsziel bereits um 1,5 Mrd. USD nach oben korrigiert. Das neue Ziel von 5,5 bis 6,5 Mrd. USD bis 2027 berücksichtigte zwar den Verkauf von Castrol, enthielt jedoch noch keine potenziellen Kosteneinsparungen aus dem beabsichtigten Verkauf der Raffinerie Gelsenkirchen.
- Zu den mit der Veräußerung von Gelsenkirchen verbundenen Verbindlichkeiten gehören Pensionsverpflichtungen, Rückstellungen, Leasingverpflichtungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten.
- Beginnend mit den Ergebnissen des ersten Quartals 2026 (1Q26) werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Raffinerie Gelsenkirchen (ohne Betriebskapital) als „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ sowie „direkt mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten verbundene Verbindlichkeiten“ klassifiziert. Die damit zusammenhängenden ausgewiesenen Investitionsausgaben (Capex) und Abschreibungen entfallen ab dem Zeitpunkt der Umklassifizierung.
- Wie mit den Ergebnissen des vierten Quartals 2025 (4Q25) veröffentlicht, hat bp im Jahr 2025 bereits über 11 Mrd. USD seines bis 2027 laufenden Veräußerungsprogramms in Höhe von insgesamt 20 Mrd. USD angekündigt oder abgeschlossen. Weitere Updates werden im Rahmen der kommenden Quartalsergebnisse kommuniziert.
- bp strebt an, den Cash-Breakeven im Raffineriegeschäft – auf vergleichbarer Portfolio-Basis – bis 2027 gegenüber 2024 um rund 3 USD pro Barrel zu senken.
- Die vertraglichen Regelungen unterliegen der Vertraulichkeit.
Über die Klesch-Gruppe
- Klesch ist ein führendes, unabhängiges Raffinerieunternehmen mit dem Anspruch, höchste operative Standards zu setzen. Das 1990 vom Gründer und Vorsitzenden A. Gary Klesch ins Leben gerufene Unternehmen beschäftigt rund 1.000 Mitarbeitende.
- Das Portfolio des Unternehmens umfasst die Raffinerie Heide in Deutschland (2010 von Shell erworben) sowie die Raffinerie Kalundborg in Dänemark (2022 von Equinor erworben).
- Klesch trägt maßgeblich zur Versorgungssicherheit mit Kraftstoffen und zur Deckung des Energiebedarfs im Transportsektor in Deutschland und Dänemark bei.
- Das Unternehmen agiert nach höchsten Standards in den Bereichen Sicherheit, Umweltschutz und regulatorische Compliance – und das in einigen der am strengsten regulierten Märkte Europas.
- Das Geschäft von Klesch ist ausschließlich auf das Raffineriegeschäft ausgerichtet. Die Raffinerien im Eigentum des Unternehmens stehen konsequent für Sicherheit, operative Exzellenz und Effizienz, gestützt durch disziplinierte Investitionen und eine kontinuierliche Prozessoptimierung.
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