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Unfallforschung der Versicherer (UDV): Mit Tuning setzen Rollerfahrer ihr Leben aufs Spiel

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Berlin (ots)

Mofas dürfen maximal 25 km/h schnell fahren, Mopeds 45. Soweit die Theorie. In der Praxis ist es jedoch ein Kinderspiel, diese Fahrzeuge - meist Roller - auf weit höhere Geschwindigkeiten zu bringen. 70 oder 80 km/h sind dabei keine Seltenheit, wie Polizeikontrollen im Saarland gezeigt haben. Die Tuningrate ist hoch. Doch schon mit 55 km/h hat ein Rollerfahrer kaum eine Überlebenschance, wenn er mit einem Auto kollidiert. Wie hoch die Gefahren für Mofa- und Mopedfahrer sind, hat die Unfallforschung der Versicherung (UDV) in einem jetzt abgeschlossenen Projekt untersucht und die Ergebnisse vorgestellt.

Ein Crashtest, der auch auf www.youtube.com/unfallforschung zu sehen ist, zeigt, dass eine Kollision mit einem Pkw für einen Rollerfahrer verheerend verläuft: "Der Fahrer kann einen solchen Zusammenstoß kaum überleben", sagt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer. Er warnt daher davor, sein Mofa oder Moped schneller zu machen: "Das ist ein Spiel mit dem Feuer". An die Industrie appelliert er, das Tuning weitgehend unmöglich zu machen. Auch die momentane Praxis, für das Fahren eines getunten Mofas, nur laxe Strafen zu verhängen, hält Brockmann für falsch. Außerdem müssen die Anforderungen an die Mofa- Prüfbescheinigung überdacht werden.

Fakten zur Untersuchung:

   * Das Risiko, im Straßenverkehr getötet zu werden, ist für einen 
     Mofa- und Mopedfahrer sechs Mal höher als für einen Autofahrer. 
   * 67 Mofa- und Mopedfahrer starben 2010, 3.443 wurden schwer 
     verletzt, 14.043 leicht. 
   * Bei 96 Prozent der 203 detailliert untersuchten Unfälle gab es 
     Verletzte. Nur 4 Prozent liefen glimpflich ab, so dass niemand 
     verletzt wurde. 
   * Es gibt unter den rund 2 Millionen Fahrzeugen mit 
     Versicherungskennzeichen weitaus mehr Mofas (25 km/h) als 
     landläufig vermutet: bei den untersuchten Unfällen knapp ein 
     Drittel (32 %), bei den Verkehrskontrollen ein gutes Drittel 
     (37%). Mofas und Mopeds sind in der Regel kaum zu unterscheiden.
     Die Bauform ist in rund 80 Prozent ein Roller. 
   * Die meisten Unfälle passieren innerorts, tagsüber und bei gutem 
     Wetter. 
   * Vor allem bei den jungen Fahrern (15-20) dominiert der 
     Fahrunfall. Über alle Altersgruppen hinweg der Abbiegeunfall. 
   * 50 Prozent der kontrollierten Fahrzeuge waren unzulässig 
     manipuliert. 
   * Außer einem Helm wurde überwiegend keine Schutzkleidung
     getragen.

Forderungen der Unfallforschung der Versicherer:

   * Das Tuning muss deutlich erschwert werden. Sowohl hinsichtlich 
     der mechanischen als auch der elektronischen Maßnahmen. 
   * Nach Unfällen mit Mofas und Mopeds sollte regelmäßig auf Tuning 
     und den technischen Zustand des Fahrzeugs untersucht werden. 
   * Die bestehenden Gesetze müssen konsequent angewandt werden. 
     Angesichts der Gefahren sollten Mofa- und Mopedfahrer beim 
     Verstoß gegen das Fahrerlaubnisrecht wirksamer bestraft werden. 
   * Die Mofaprüfbescheinigung muss überdacht und gegebenenfalls 
     durch einen Mofaführerschein ersetzt werden.
   Fotomaterial Verkehrskontrolle Mofatuning unter: 
   http://www.eventbildservice.de/galerie/25
   Footage-Material zur freien redaktionellen Nutzung 
   http://footage.presseportal.de/tag/Mofatuning

Ansprechpartner:

Klaus Brandenstein
Tel.: 030 / 20 20 ? 58 83
k.brandenstein@gdv.de

Original-Content von: GDV - Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., übermittelt durch news aktuell

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