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KBV - Kassenärztliche Bundesvereinigung

KBV zum Thema Arzneimittel
Gesetzentwurf stärkt die Vertragsärzte nicht

Berlin (ots)

Die Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD haben
einen Gesetzentwurf zur Senkung der Arzneimittelausgaben vorgelegt. 
Zum Entwurf des Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetzes 
äußert sich Ulrich Weigeldt, Vorstand der Kassenärztlichen 
Bundesvereinigung (KBV) heute in Berlin:
"Die Koalitionsfraktionen haben einen Gesetzentwurf vorgelegt, der
in krassem Gegensatz zu der Koalitionsvereinbarung steht, in der 
versprochen wurde, die Ärzte bei der Arzneimittelverordnung zu 
stärken. Die geplanten Maßnahmen zur Steuerung der 
Medikamentenverordnung sehen allerdings das Gegenteil vor: Ärzte 
sollen für Überschreitungen festgelegter Tagestherapiekosten bestraft
werden, indem ihnen ein Malus von ihrer Vergütung abgezogen wird. 
Diese Maßnahme ist eine Schwächung der Vertragsärzte, nicht eine 
Stärkung. Vorwiegend Hausärzte sind davon betroffen, da bei ihnen 
circa 80 Prozent der Arzneimittelverordnungen erfolgen. Daneben sind 
sie es, die chronisch Kranke und Multimorbide vorwiegend behandeln. 
Malussysteme können kein Ersatz für flankierende Maßnahmen sein, die 
schon länger von Ärzten angemahnt werden, nämlich die Verbesserung 
der zeitlichen und inhaltlichen Genauigkeit von 
Arzneimittelinformationssystemen. Damit führen Malus-Systeme nicht 
wirklich zu einer Verbesserung der Arzneimittelverordnung, sondern 
nur zu einer Erhöhung der Bürokratie. Da der Gesetzgeber Instrumente 
der Optimierung der Informationssysteme nicht plant, wird daraus 
wieder einmal ein Schwarzer-Peter-Spiel, das den Vertragärzten die 
alleinige Verantwortung für die Ausgabenentwicklung zuspielt. Die 
versprochene Stärkung bleibt damit aus. Es ist bedauerlich, dass die 
neue Bundesregierung die von Ärzten angebotene Bereitschaft zur 
wirtschaftlicheren Arzneimittelsteuerung nicht angenommen hat. Der 
nun beschrittene Weg brüskiert nicht nur Ärzte, sondern senkt das 
Versorgungsniveau bei Arzneimitteln für Patienten."

Kontakt:

Dr. Roland Stahl, Tel.: 030 / 4005 - 2202
Roland Ilzhöfer, Tel.: 030 / 4005 - 2230
Tanja Riepelmeier, Tel.: 030 / 4005 - 2240

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