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KBV - Kassenärztliche Bundesvereinigung

Vierte Hürde und Positivliste gestrichen
Kassenärzte fordern mehr Unterstützung bei Arzneimitteltherapie von den Krankenkassen ein

Berlin (ots)

"Die Politik unterstützt die Kassenärzte zu wenig
bei einer rationalen Arzneimitteltherapie. Sie mahnt zwar immer
wieder Einsparungen an, leistet aber kaum konstruktive Beiträge da,
wo sie es könnte. Beispiele sind die Nichteinführung der Positivliste
und die Streichung der Vierten Hürde." Darauf hat heute der Zweite
Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr.
Leonhard Hansen, in Berlin hingewiesen. Besonders ärgerlich fand er,
dass die Krankenkassen ihrer Pflicht, über Arzneimittelverordnungen
zu informieren, immer noch nicht ausreichend nachkommen. In ihren
Mitgliederzeitungen verlören sie beispielsweise kaum ein Wort
darüber, dass bestimmte Medikamente zu Lasten der gesetzlichen
Krankenversicherung gar nicht verschrieben werden dürften.
Als wenig hilfreich bezeichneten die beiden
KBV-Vorstandsmitglieder Hansen und Dr. Werner Baumgärtner auch die
Jahr für Jahr von Professor Ulrich Schwabe vorgelegten Zahlen zu
angeblichen Einsparpotentialen im Arzneimittelsektor. Diese würden
von vielen Politikern kritiklos übernommen. "In seinem
Arzneiverordnungsreport mahnt Schwabe an, grundsätzlich auf die
Verordnung von so genannten Analogpräparaten zu verzichten. Die sind
für ihn per se überflüssig. Schwabe sieht nicht, dass es auch gute
Analogpräparate gibt, die sehr sinnvoll eingesetzt werden können. Er
verschweigt, dass Ersatzarzneimittel nicht in erforderlichem Maß zur
Verfügung stehen. Die von ihm angegebenen Tagesdosen entsprechen
häufig nicht Empfehlungen in den Fachinformationen und stimmen nicht
mit klinischen Erfahrungswerten zu Dosierungshöhen überein. Außerdem
ignoriert Schwabe das Zulassungsspektrum der jeweiligen Medikamente",
fasste Hansen die Kritik der KBV am Arzneiverordnungsreport des
Tübinger Professors zusammen. Die Neuausgabe soll am 30. September
vorgestellt werden. Im vergangenen Jahr hatte Schwabe den
Kassenärzten ein Einsparpotential von 4,2 Milliarden Euro
vorgerechnet. Analogpräparate beinhalten Molekülvarianten bereits
existenter Wirkstoffe.
Ein weiteres Thema muss nach Einschätzung Baumgärtners "endlich
aus der Tabu-Zone": der Mehrbedarf in der Arzneimitteltherapie. Der
KBV- Vorständler erläuterte: "Wir haben schon vor einem halben Jahr
nachgewiesen, dass allein bei 14 Krankheitsbildern ein
Versorgungsmehrbedarf von über fünf Milliarden Euro besteht. Die
Politik hat darauf noch nicht reagiert. Offensichtlich passt ihr
unsere Untersuchung nicht ins Konzept. Die Politik verweigert somit
den Patienten eine Arzneimittelbehandlung auf dem neusten Stand. Die
Ärzte sollen verpflichtet werden, aus finanziellen Gründen keine
neuen und teuren Medikamente einzusetzen."
Zu den Krankheiten, bei denen die KBV Mehrbedarf ermittelt hat,
gehören Rheumaerkrankungen, Lungen- und Herzerkrankungen, die
Alzheimer-Demenz und Morbus Fabry mit jeweils rund einer
Viertelmilliarde Euro an zusätzlichem Bedarf. Baumgärtner weiter:
"Hier muss die Politik schnell entscheiden, ob unsere Ärzte moderne
und neue Medikamente verschreiben dürfen, schließlich nehmen die
Fälle dieser Erkrankungen künftig eher zu als ab."
ots-Originaltext: KBV
Digitale Pressemappe: 
http://www.presseportal.de/story.htx?firmaid=34021

Kontakt:

Dr. Roland Stahl, Tel.: 0221 / 4005 - 213
Roland Ilzhöfer, Tel.: 030 / 4005 - 1230
Gabriele Prissok, Tel.: 030 / 4005 - 1240

Original-Content von: KBV - Kassenärztliche Bundesvereinigung, übermittelt durch news aktuell

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