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19.05.2003 – 10:58

kbv Kassenärztliche Bundesvereinigung

Richter-Reichhelm: Kampf gegen den Krankenkassen-Staat mit allen Mitteln

    Köln (ots)

    Ärzteschaft geschlossen gegen GMG-Entwurf

    "Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt muss damit rechnen, dass
die Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten sich geschlossen und
massiv gegen den Entwurf des
Gesundheitssystem-Modernisierungsgesetzes (GMG) wehren." Das hat
heute in Köln der Erste Vorsitzende der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung (KBV) bekannt gegeben. Anlässlich der
Vertreterversammlung der Organisation erklärte Dr. Manfred
Richter-Reichhelm: "Es herrscht Einigkeit zwischen den Arztgruppen.
Darin liegt unsere Stärke. Wir wollen gemeinsam gegen den
Gesetzentwurf vorgehen."
    
    Ginge es nach der Regierung, könnten Patienten in Zukunft nicht
mehr nach den Kriterien Wohnortnähe und Qualität ihren Arzt
aussuchen, sondern müssten darauf achten, ob der Arzt mit ihrer
Krankenkasse einen Vertrag habe. Chronisch Kranke würden künftig von
den Kassen bedrängt, in andere Kassen oder bestimmte
Versorgungsformen zu wechseln. Die bisherige, von 93 Prozent der
Bevölkerung hochgeschätzte freie Arztwahl sei damit Makulatur, fasste
der KBV- Chef die Befürchtungen der niedergelassenen Ärzte und
Psychotherapeuten zusammen. Um dies zu verhindern, wolle die
Ärzteschaft alle zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen.
    
    "Die Pläne der Regierung laufen darauf hinaus, dass wir künftig in
einem Krankenkassen-Staat leben. Dann regieren ökonomische
Interessen, die medizinische Qualität auf heutigem Niveau wird sich
nicht halten lassen", so der KBV-Chef. Ein Grund dafür sei die von
Rot/Grün anvisierte Verlagerung der ambulanten Versorgung an
Gesundheitszentren und Kliniken. Richter-Reichhelm weiter: "Der
niedergelassene freiberufliche Arzt ist der Regierung ein Dorn im
Auge. Sie will den angestellten Arzt."
    
    Der KBV-Chef stellte klar: "Wir wehren uns nicht gegen den von der
Regierung favorisierten Wettbewerb, aber es muss ein Wettbewerb um
Qualität und nicht um Dumpingpreise sein. Deswegen haben wir bereits
vor einem Jahr ein Konzept flexibler Vergütungsformen vorgelegt." Das
Konzept sieht ein Stufenmodell vor: Jeder Arzt kann, wenn er
bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllt, zusätzlich zur
Basisversorgung an auftragsgebundenen Versorgungsformen teilnehmen.
"Das Konzept verbindet die Chancen des Wettbewerbs mit den Vorteilen
des Kollektivvertragssystems", so der KBV-Chef.
    
    Richter-Reichhelms Bericht zur Lage ist im Internet eingestellt.
Er ist ebenso wie die "Vorschläge der KBV zur Neustrukturierung der
Vertragsärztlichen Versorgung" zu finden unter www.kbv.de.
    
      
ots Originaltext: Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

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