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23.04.2003 – 15:07

kbv Kassenärztliche Bundesvereinigung

"Anschuldigungen sind haltlos!"
KBV zur Untersuchung der Barmer

    Berlin (ots)

"Wir sehen in der ALLHAT-Studie einen wertvollen
Beitrag, um Einsparungen im Arzneimittelbereich zu erzielen. Die
Studie ist jedoch erst Ende letzten Jahres veröffentlicht worden. Die
Anschuldigungen von Prof. Lauterbach, die Ärzte würden zu teure
Medikamente verordnen, sind haltlos. Zum Zeitpunkt seiner Erhebungen
waren die Ärzte noch gar nicht über die Erkenntnisse der Studie
informiert." Mit diesen Worten reagierte heute Dr. Roland Stahl,
Pressesprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), auf die
Aussage von Prof. Karl Lauterbach, die Kassenärzte würden zu oft
hochpreisige Arzneimittel verordnen. Der Gesundheitsökonom hatte
heute zusammen mit der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und
der Barmer Ersatzkasse die Ergebnisse einer Untersuchung der
Versorgung von Bluthochdruckpatienten vorgestellt, die sich auf die
ALLHAT- Untersuchung bezieht.
    
    Das Ergebnis der ALLHAT-Studie besagt, dass teure ACE-Hemmer bei
der Behandlung von Hypertonie-Patienten durch günstigere Diuretika
ersetzt werden sollen. In Anlehnung an diese Studie errechnete
Lauterbach allein für Barmer Versicherte mit Bluthochdruck ein
Einsparpotential von bis zu 80 Millionen Euro im Jahr. "Im Februar
diesen Jahres veröffentlichte das New England Journal of Medicine
jedoch eine andere Studie, die das Ergebnis der ALLHAT-Untersuchung
relativiert", erklärte Stahl. "Es hat sich gezeigt, dass bei der
Behandlung älterer Bluthochdruckpatienten ACE-Hemmer besser geeignet
sind als Diuretika."
    
    Er verwies auf die Bedeutung der Therapiefreiheit im Praxisalltag:
"Im Einzelfall muss es immer dem Arzt überlassen bleiben, welches
Medikament er zum Wohl seines Patienten verschreibt.
Bluthochdruckpatienten werden zudem oftmals mit einer Kombination
verschiedener Antihypertonika behandelt."
    
ots Originaltext: KBV Kassenärztliche Bundesvereinigung
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Ihre Ansprechpartner:
Dr. Roland Stahl, Tel: 0221 / 4005-213
Roland Ilzhöfer,  Tel: 030 / 4005-1230
Gabriele Prissok, Tel: 030 / 4005-1240

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