ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe

Kahl fordert Ende rechtswidriger Streikmaßnahmen

    Berlin (ots) - "Täglich erreichen uns Berichte unserer Mitglieder
über Ausschreitungen und rechtswidrige Arbeitskampfmaßnahmen.
Baustelleneinfahrten werden blockiert, Betriebstore verriegelt,
arbeitswillige Mitarbeiter massiv eingeschüchtert.
    
    Wir fordern die IG Bau daher auf, den Bogen nicht zu überspannen
und sich an die gesetzlichen Spielregeln zu halten. Insbesondere
sollte die Gewerkschaftsführung mäßigend auf ihre Mitglieder
einwirken und die Emotionen nicht unnötig anheizen." erklärte der
Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Werner
Kahl, heute in Hamburg.
    
    In zahlreichen Fällen hat die Gewerkschaft streikwillige
Bauarbeiter zu nicht bestreikten Baustellen gefahren, um die dortigen
Kollegen durch illegale Baustellenblockaden an einer Arbeitsaufnahme
zu hindern. In mehreren Fällen musste sogar die Polizei eingeschaltet
werden.
    
    Diese Vorfälle zeigen, dass die IG Bau offenkundig nur mit
organisierten Kohorten und rechtswidrigen Aktionen ihren
flächendeckenden Streik durchführen kann. Die Mehrheit der auf den
Baustellen Beschäftigten hat wohl kein Verständnis für diese
Streikpolitik.
    
    Darüber hinaus zeigten die heute bekannt gewordenen Zahlen des
Statistischen Bundesamtes einmal mehr die desolate Situation der
deutschen Bauwirtschaft. So lagen die Auftragseingänge im Monat April
2002 um 1 % unter dem Vorjahreswert. Insbesondere die
Beschäftigungssituation sollte der IG Bau zu denken geben: Im
Bauhauptgewerbe waren Ende April 2002 nur noch 863.000 Menschen
beschäftigt, das sind 98.000 weniger als noch vor einem Jahr.
    
    "Vor diesem Hintergrund ist die Lohnforderung der IG Bau von 4,5 %
nicht nachvollziehbar. Wir fordern die Gewerkschaft daher auf, in der
nächsten Woche einen maßvollen und vernünftigen Tarifabschluss zu
unterzeichnen." erklärte Kahl abschließend.
    
    
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