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31.01.2013 – 16:00

VDA Verband der Automobilindustrie e.V.

"Für manche Ohren klingt das noch immer wie der Tanz mit dem Teufel!"

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BerlinBerlin (ots)

"Auto 3.0" - Verband der Automobilindustrie, die Heinrich-Böll-Stiftung und Bündnis 90/Die Grünen diskutieren über die Zukunft der Automobilindustrie

MANUSKRIPT MIT O-TÖNEN

Anmoderation:

Die Automobilindustrie ist eine der tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft. Sie stellt rund 750.000 Arbeitsplätze in Deutschland und verfügt über den höchsten Forschungs- und Entwicklungsetat der Industrie. Drei von vier der in Deutschland gebauten Autos gehen ins Ausland, die Autoindustrie ist global aufgestellt. Außerdem produzieren die deutschen Hersteller auch im Ausland, besonders in den Wachstumsregionen wie China, Brasilien oder USA. In einem gemeinsamen Fachkongress des Verbandes der Automobilindustrie und der Heinrich-Böll-Stiftung wird bis morgen in Berlin über Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Arbeitsplätze dieser Schlüsselindustrie diskutiert. Das Motto: "Auto 3.0 - Die Zukunft der Automobilindustrie". Ralf Fücks, der Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, ist sich darüber bewusst, dass manch Grüner stutzig wird, wenn die Stiftung der Grünen mit dem Deutschen Automobilverband gemeinsam einen Kongress veranstaltet:

O-Ton Ralf Fücks

Diese Zusammenarbeit hat vielleicht den ein oder die andere überrascht. Die grüne politische Stiftung und der Dachverband der Automobilindustrie arbeiten zusammen. Für manche Ohren klingt das immer noch wie ein Tanz mit dem Teufel. Was die Bundesrepublik betrifft, ist die Autoindustrie neben der Elektrotechnik, der Chemieindustrie und dem Maschinenbau die industrielle Schlüsselbranche schlechthin. Sie ist von überragender Struktur und beschäftigungspolitischer Bedeutung. Und wer auch immer sich mit der Zukunft dieses Landes beschäftigt, muss sich auch mit der Zukunft der Autoindustrie und ihrer Zulieferer befassen. (0:38)

VDA-Präsident Matthias Wissmann nutzte seine Eröffnungsrede, um die Zukunftsideen der Automobilindustrie in Deutschland darzulegen. Er zählte auf, welche unterschiedlichen Konzepte diese Industrie auf dem Weg zur Nullemission gerade beschreitet und welche riesigen Investitionen - jährlich sind es über 20 Milliarden Euro - dafür aufgewendet werden. Die Erfolge, so Wissmann, sind heute schon messbar.

O-Ton Matthias Wissmann

Ich will ihnen keine Zahlen des VDA vortragen, sondern Zahlen, jüngste Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes. Laut der Statistik haben die deutschen Fahrzeuge in neun von zehn Fahrzeugsegmenten, also sozusagen von kleinsten bis zum größten, inzwischen absolut einen kleineren CO2-Wert als die Importeure. Vor fünf Jahren erreichten die in Deutschland neu zugelassenen PKW einen durchschnittlichen CO2-Wert von 165 g/Km. Letztes Jahr lagen wir bei 141,1 g/km. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen aller in Deutschland neu zugelassenen PKW unterschritten im September 2012 erstmals 140 Gramm. (0:39)

Natürlich ist ein Fachkongress, den die Stiftung der Grünen und der VDA gemeinsam ausrichten, auch ein Ort, an dem unterschiedliche Positionen deutlich gemacht werden. Stiftungs-Vorstand Ralf Fücks forderte die deutsche Automobilindustrie auf, noch mehr in grüne Technologien zu investieren:

O-Ton Ralf Fücks

Es kommt darauf an, dass enorme Innovationspotential dieser Industrie für eine grüne, industrielle Innovation zu nutzen. Kein anderer Wirtschaftszweig investiert so viel in Forschung und Entwicklung wie die deutschen Autokonzerne. Es geht um einen Richtungswechsel in der Autoindustrie, nicht nur um graduelle Verbesserung. Und gerade deshalb suchen wir den Dialog, nicht nur mit dieser Konferenz. (0:20)

Im Mittelpunkt der Kritik von Fücks standen die Premiumprodukte der deutschen Hersteller, die Oberklasseautos, von denen Deutschland weltweit einen Marktanteil von 80 Prozent hält. Doch VDA-Präsident Matthias Wissmann konterte diese Kritik, in dem er die Bedeutung der Premiumfahrzeuge für alle Modellreihen unterstrich.

O-Ton Matthias Wissmann

In den Premiumfahrzeugen werden meistens die modernsten Technologien als Erstes eingesetzt, weil sie dort - auch wenn sie teuer sind - am ehesten gekauft werden können. Denken Sie an ABS , denken sie an viele andere Technologien, die sozusagen über Premium nach unten weitergegeben wurden und die heute sehr viel schneller in Mittelklasse, Kompaktklasse und Kleinfahrzeugen kommen als das früher der Fall war. Premium heißt Qualität, Premium heißt Effizienz, Premium kann sich sehr wohl auch in kleineren Fahrzeuggrößen ausdrücken. (0:31)

Auch hier versorgte Wissmann die Kongressteilnehmer mit aktuellen Zahlen: Schon heute sind Oberklassefahrzeuge auf dem Markt, die mit einem Spritverbrauch von 5 bis 6 Liter eine Effizienz erreichen, von der die Ingenieure vor wenigen Jahren nicht einmal zu träumen gewagt haben. Doch für den VDA-Präsident bedeutet Verkehr der Zukunft viel mehr als nur den Einsatz von Elektroautos. Matthias Wissmann hielt ein flammendes Plädoyer für eine intelligente Vernetzung aller Verkehrsträger.

O-Ton Matthias Wissmann

Es wäre falsch, wenn wir glaubten, die Verkehrsprobleme des 21. Jahrhunderts ließen sich allein mit dem Auto lösen. Sie lassen sich nur in intermodalen Ketten lösen und indem jeder Verkehrsträger weiß, dass er ohne den anderen nicht leben kann und nur in der klugen Vernetzung bestehen überhaupt Chancen in den großen Kapitalen die riesigen Verkehrsprobleme zu lösen. (0:24)

Abmoderation:

"Auto 3.0 - Die Zukunft der Automobilindustrie" . In Berlin treffen sich heute und morgen (31.01. und 01.02.) Fachleute in der Heinrich-Böll-Stiftung, um über Zukunftskonzepte und eine moderne Automobilindustrie in Deutschland zu diskutieren.

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