Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V.

"Wir als Tierhalter stehen für absolute Transparenz ein": Geflügelwirtschaft begrüßt staatliche Antibiotika-Datenbank und fordert Kennzeichnung von Industrieeiern und Eiprodukten

Berlin (ots) - Ihre Bereitschaft zu einer umfassenden Transparenz zugunsten von Tier und Verbraucher hat die deutsche Geflügelwirtschaft in einem Berichterstattergespräch mit Mitgliedern des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz untermauert. Zu zwei aktuellen Themen hat der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) dabei Stellung bezogen: Die im ZDG organisierte Geflügelfleischwirtschaft begrüßt die Pläne zur Errichtung einer staatlichen Antibiotika-Datenbank. Und für die deutsche Eierwirtschaft fordert der ZDG eine Ausweitung der bestehenden Kennzeichnungspflicht auf Eiprodukte sowie Eier, die zur Weiterverarbeitung in der Lebensmittelindustrie bestimmt sind.

Die deutsche Geflügelfleischbranche unterstützt die Pläne der Bundespolitik, zur Erfassung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung eine staatliche Datenbank einzurichten. Das hat ZDG-Vizepräsident Wilhelm Hoffrogge am Mittwoch vor führenden Agrarpolitikern sämtlicher Bundestagsfraktionen bekräftigt. "Wir als Tierhalter stehen für absolute Transparenz und einen verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika ein", betonte Hoffrogge. "Aus diesem Grund begrüßen wir ausdrücklich auch eine staatliche Datenbank zur Erfassung der Medikamentengaben." Um bereits vor Etablierung eines staatlichen Systems eine belastbare Datengrundlage zu gewinnen, lässt die Geflügelfleischwirtschaft den Antibiotikaeinsatz in ihren Betrieben seit April dieses Jahres durch ein eigens etabliertes Monitoring innerhalb des von der Wirtschaft getragenen QS-Systems erfassen - dies übrigens als erste Branche der deutschen Veredelungswirtschaft. Konkretes Ziel ist eine deutliche Reduzierung des Medikamenteneinsatzes: Mit betriebsspezifischen Betreuungskonzepten können hier wertvolle Fortschritte erzielt werden, noch bevor das staatliche Monitoring greift. Auch wenn Details zur konkreten Ausgestaltung der staatlichen Datenerhebung und ihrer Konsequenzen noch der weiteren Klärung bedürfen, zeigt sich die deutsche Geflügelwirtschaft grundsätzlich auch gegenüber einer Meldepflicht durch den Tierhalter aufgeschlossen: "Wir begreifen die Transparenz als unsere Pflichtaufgabe", stellt Hoffrogge die Position der Geflügelhalter dar. "Und bereits heute muss ohnehin jede Gabe von Arzneimitteln auf den Geflügelbetrieben genauestens dokumentiert werden."

Zweites zentrales Thema in dem Berichterstattergespräch war die bislang fehlende Kennzeichnung von Industrieeiern und Eiprodukten. Vor dem Hintergrund, dass mindestens zehn EU-Staaten das in Deutschland bereits vor über zweieinhalb Jahren umgesetzte Verbot konventioneller Käfige für Legehennen noch immer missachten, formulierte ZDG-Vizepräsident Wilhelm Hoffrogge einen deutlichen Appell der deutschen Eierwirtschaft an die Politik: "Eier aus in Deutschland nicht zugelassenen Haltungssystemen dürfen unter keinen Umständen auf die Tische deutscher Verbraucher gelangen!" Daher fordert die deutsche Eierwirtschaft mit Nachdruck eine verbindliche Einzelkennzeichnung von Eiern, die zur Weiterverarbeitung in der Lebensmittelindustrie bestimmt sind, sowie von Eiprodukten. Diese Kennzeichnung soll die bereits vorgeschriebene Angabe von Herkunftsland und Haltungsform auf Schaleneiern zum direkten Verkauf an den Verbraucher ergänzen und eine umfassende Transparenz gewährleisten. Die hohen deutschen Tierschutz-Standards dürften nicht dadurch unterlaufen werden, dass Lebensmittel mit Eiern aus weniger tiergerechten Haltungsformen über Umwege wieder in Deutschland landen, fordert Hoffrogge die Unterstützung deutscher Politiker ein: "Die deutsche Eierwirtschaft hat enorme Kraftanstrengungen für mehr Tierschutz in der Legehennenhaltung unternommen - jetzt ist es an der Zeit, dass die Politik auch etwas für uns tut."

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