Männer sind in jüngeren Altersgruppen in der Überzahl, Frauen in älteren
WIESBADEN (ots)
- Bei den 18- bis 29-Jährigen ist der Männerüberschuss am stärksten mit durchschnittlich 912 Frauen auf 1 000 Männer
- In Altersgruppe 65plus fällt die weibliche Überzahl mit 1 260 Frauen auf 1 000 Männer am deutlichsten aus
- Überzahl jüngerer Männer in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg am stärksten
Die Geschlechterverteilung in Deutschland ist je nach Altersgruppe und Region sehr unterschiedlich. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen ist der Männerüberschuss besonders deutlich: Zum Jahresende 2025 kamen in dieser Altersgruppe deutschlandweit 912 Frauen auf 1 000 Männer, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Bei den unter 18-Jährigen waren es 947 Frauen auf 1 000 Männer, bei den 30- bis 49-Jährigen 969 Frauen auf 1 000 Männer. Ein Grund dafür ist, dass grundsätzlich etwa 5 % mehr Jungen als Mädchen geboren werden. Ein weiterer, dass etwas mehr Männer als Frauen nach Deutschland eingewandert sind.
Bei der Bevölkerung über 50 Jahren sind dagegen die Frauen in der Überzahl. Dies ist hauptsächlich auf die höhere Lebenserwartung von Frauen zurückzuführen. Zusätzlich wirkt sich in dieser Altersgruppe die höhere Abwanderung von Männern aus. So gab es in der Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen 1 011 Frauen auf 1 000 Männer. Bei den mindestens 65-Jährigen war die weibliche Überzahl mit 1 260 Frauen auf 1 000 Männer dann am deutlichsten.
Insgesamt leben damit in Deutschland etwas mehr Frauen: 1 027 Frauen kommen bundesweit auf 1 000 Männer.
Frauen in Schleswig-Holstein am deutlichsten in der Überzahl
Das Geschlechterverhältnis fällt regional sehr unterschiedlich aus und wird durch eine Vielzahl von Faktoren bestimmt, unter anderem durch die Altersstruktur der Bevölkerung. Insgesamt waren zuletzt Frauen in allen Bundesländern in der Überzahl. Am größten war sie in Schleswig-Holstein (1 044 Frauen auf 1 000 Männer), Mecklenburg-Vorpommern (1 043 Frauen auf 1 000 Männer) und Hamburg (1 042 Frauen auf 1 000 Männer). Am ausgeglichensten war das Geschlechterverhältnis in Baden-Württemberg (1 016 Frauen auf 1 000 Männer), Bayern (1 017 Frauen auf 1 000 Männer) und Bremen (1 019 Frauen auf 1 000 Männer).
Männerüberschuss bei 50- bis 64-Jährigen lediglich in östlichen Flächenländern
Betrachtet man einzelne Altersgruppen, zeigt sich regional wiederum ein anderes Bild. Bei den unter 18-Jährigen und bei den 18- bis 29-Jährigen waren Männer in allen Bundesländern in der Überzahl. Am höchsten war der Männerüberschuss bei den 18- bis 29-Jährigen in den Bundesländern Sachsen-Anhalt (856 Frauen je 1 000 Männer), Brandenburg (862 Frauen je 1 000 Männer) und Thüringen (867 Frauen je 1 000 Männer). Mit zunehmendem Alter der Bevölkerung geht der Männeranteil zurück. In der Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen waren ebenfalls noch in allen Bundesländern die Männer in der Überzahl, allerdings nicht mehr so deutlich.
Bei den 50- bis 64-Jährigen gab es nur noch in den fünf östlichen Flächenländern einen Überschuss. Hier wirkt sich unter anderem die Abwanderung vor allem junger Frauen aus den östlichen in die westlichen Bundesländer nach 1991 aus. Für die Altersgruppe 65plus wiesen dann alle Bundesländer einen hohen Frauenüberschuss in der Bevölkerung auf. Am höchsten war die Frauenüberzahl in Sachsen-Anhalt (1 336 Frauen auf 1 000 Männer), Sachsen (1 328 Frauen auf 1 000 Männer) und Hamburg (1 328 Frauen auf 1 000 Männer).
Methodische Hinweise:
Die Bevölkerungszahlen werden auf Basis des jeweils letzten Zensus gerechnet. Basis der vorliegenden Ergebnisse ist der Zensus 2022.
Die Entwicklung der Bevölkerungszahlen in einem Jahr ergibt sich zum einen aus den Geburten und Sterbefällen, zum anderen aus den Zu- und Fortzügen, die die Standesämter beziehungsweise Meldebehörden den Statistischen Ämtern mitteilen. Zudem fließen Korrekturen in die Berechnung ein. Korrekturen entstehen, wenn Meldebehörden oder Standesämter zuvor mitgeteilte Datensätze vervollständigen oder berichtigen.
Die Geschlechtseinträge "ohne Angabe" bzw. "divers" werden in der Bevölkerungsfortschreibung durch ein Zufallsverfahren auf männlich und weiblich verteilt und sind daher in der Betrachtung nicht berücksichtigt. Ab dem Berichtsjahr 2022 ist jedoch eine Eckzahlentabelle nach Bundesländern und den vier Geschlechtseinträgen männlich, weiblich, divers und ohne Angabe verfügbar.
Weitere Informationen:
Weitere Ergebnisse zu Geburten, Sterbefällen sowie zur Zu- und Abwanderung bietet der Themenbereich "Bevölkerung" im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes. Die monatlichen Ergebnisse liegen in der Datenbank GENESIS-Online (Tabellen 12411) vor.
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