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Gesundheitsausgaben 2024 preisbereinigt um 3,9 % gestiegen

WIESBADEN (ots)

  • Erstmals preisbereinigte Gesundheitsausgaben berechnet
  • Starker Anstieg in den Corona-Jahren 2020 und 2021, Rückgang 2023 im Zuge der Energiekrise
  • Gesundheitsausgaben meist stärker gestiegen als das Bruttoinlandsprodukt

Seit Anfang der 2020er Jahre ist das Gesundheitswesen durch einschneidende Ereignisse geprägt. Während sich die Corona-Pandemie auf die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen im Gesundheitswesen auswirkte, führte die durch den Ukrainekrieg ausgelöste Energiekrise zu deutlichen Preissteigerungen. Vor diesem Hintergrund hat das Statistische Bundesamt (Destatis) erstmals preisbereinigte Gesundheitsausgaben berechnet. Demnach sind die Gesundheitsausgaben in Deutschland im Jahr 2024 preisbereinigt um 3,9 % im Vergleich zum Jahr 2023 gestiegen. In jeweiligen Preisen wuchsen die Ausgaben um 7,6 % auf 538,2 Milliarden Euro. Die Preise für Waren und Dienstleistungen im Gesundheitswesen sind im Jahr 2024 um 3,5 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Starker Anstieg der preisbereinigten Gesundheitsausgaben in den Corona-Jahren 2020 und 2021, Rückgang 2023 im Zuge der Energiekrise

Die preisbereinigten Gesundheitsausgaben entwickelten sich von 2015 bis 2019 im Vorjahresvergleich relativ gleichmäßig mit Veränderungsraten zwischen +2,6 % und +3,3 %. In den Jahren 2020 und 2021 kam es durch die Corona-Pandemie nachfragebedingt zu starken Anstiegen von +5,9 % und +7,1 %. Im Jahr 2022 war die preisbereinigte Steigerung mit +3,4 % gegenüber dem Vorjahr wieder in etwa auf dem Niveau vor Corona. Deutlich reduzierte nominale Gesundheitsausgaben der öffentlichen Haushalte in Verbindung mit starken Preissteigerungen durch die Energiekrise führten mit Abklingen der Corona-Pandemie im Jahr 2023 dann zu einem Rückgang der preisbereinigten Gesundheitsausgaben in Höhe von -4,0 %. Das war der erste Rückgang der preisbereinigten Gesundheitsausgaben seit 2004. Im Jahr 2024 wuchsen die preisbereinigten Gesundheitsausgaben schließlich wieder um 3,9 % im Vergleich zum Vorjahr an.

Gesundheitsausgaben meist stärker gestiegen als das Bruttoinlandsprodukt

Die preisbereinigten Gesundheitsausgaben sind in den vergangenen Jahren fast immer stärker gestiegen als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Eine Ursache dafür ist unter anderem die mit einer alternden Gesellschaft einhergehende wachsende und weitgehend konjunkturunabhängige Inanspruchnahme von Gesundheitswaren und -dienstleistungen.

Seit 2020 haben sich die preisbereinigten Gesundheitsausgaben und das BIP im Vorjahresvergleich teilweise deutlich unterschiedlich entwickelt. So sind im ersten Corona-Jahr 2020 die preisbereinigten Gesundheitsausgaben um 5,9 % gestiegen, während das BIP um 4,1 % gesunken ist. Hier zeigt sich der Sondereffekt der Corona-Pandemie mit stark steigenden Gesundheitsausgaben besonders deutlich. Mit Abklingen der Pandemie im Jahr 2023 verzeichneten die preisbereinigten Gesundheitsausgaben dann einen um 3,1 Prozentpunkte stärkeren Rückgang im Vergleich zum BIP.

Methodische Hinweise:

Weiterführende methodische Erläuterungen zu den Gesundheitsausgaben und deren Finanzierung sowie zur Preisbereinigung der Gesundheitsausgaben werden im Qualitätsbericht im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes beschrieben.

Die zum Vergleich mit den Gesundheitsausgaben verwendeten Daten aus dem Bereich der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen weisen den Veröffentlichungsstand 22. Mai 2026 aus.

Weitere Informationen:

Eine Tabelle mit Eckzahlen zur Preisbereinigung der Gesundheitsausgaben steht im Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (www.gbe-bund.de) zur Verfügung.

Detaillierte Daten zu den Gesundheitsausgaben und ihrer Finanzierung des Jahres 2024 sowie lange Zeitreihen sind über die Tabellen zur Gesundheitsausgabenrechnung (23611) in der Datenbank GENESIS-Online oder im Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (www.gbe-bund.de) abrufbar.

Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.

Weitere Auskünfte:
Gesundheitsbezogene Rechensysteme
Telefon: +49 611 75 8121
www.destatis.de/kontakt

Pressekontakt:

Statistisches Bundesamt
Pressestelle
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44

Original-Content von: Statistisches Bundesamt, übermittelt durch news aktuell

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