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10.04.2003 – 10:51

Deutsche Bahn AG

Bahn startet ReisendenInformationsSystem
Moderne Technik hält DB-Mitarbeiter und Reisende jederzeit auf dem Laufenden - Investitionen von rund 220 Millionen Euro

    Berlin/Frankfurt am Main (ots)

Die Bahn investiert in
Entwicklung und Einführung eines optimierten
"ReisendenInformationsSystems" (RIS) 220 Millionen Euro, davon bis
Ende 2004 rund 120 Millionen Euro. Ziel des bundesweiten Projekts ist
es, DB-Kunden insbesondere bei Verspätungen und Betriebsstörungen
schneller und zuverlässiger als bisher über ihre Anschlüsse oder
Reisealternativen zu informieren.
      
    RIS ist das technische Fundament, von dem aus Reisende und
DB-Mitarbeiter künftig gleichzeitig und unmittelbar in Echtzeit über
die Betriebslage unterrichtet werden. Das neue
ReisendenInformationsSystem wird im Laufe der kommenden Jahre Flächen
deckend auf ca. 3.600 Bahnhöfe, auf alle Fernverkehrszüge und ca. 70
Prozent der Nahverkehrszüge ausgedehnt.
    
    "Zuverlässige Information ist ein unverzichtbarer
Grund-Bestandteil unseres Service, den die Kunden von uns als
Dienstleister zu Recht erwarten", sagt DB-Chef Hartmut Mehdorn.
DB-Reisende hatten sich in Umfragen vielfach unzufriedener über die
Informationen bei Verspätungen und Betriebsstörungen geäußert als
über die eigentliche Verspätung. Auch DB-Mitarbeiter in den Zügen und
Bahnhöfen konnten ihren Kunden in der Vergangenheit oft nicht schnell
genug weiterhelfen, weil sie die aktuelle Betriebslage selbst nicht
umfassend im Auge hatten. Mit RIS verschafft sich die Bahn jetzt das
technische Rüstzeug, um diese Schwachstellen zu beseitigen. "Bis
Jahresende soll das System alle Hauptstrecken, bis 2008 das gesamte
Netz umfassen", kündigt Dr. Christoph Franz, Vorstand Personenverkehr
bei der DB, an. "Mittelfristig soll RIS die heutigen Mängel bei der
Reisendeninformation so weit wie möglich beseitigen", so Dr. Franz
weiter.
    
    Das neue System setzt auf bereits bestehende Informationssysteme
der Bahn auf, die beispielsweise für den Fernverkehr schon seit
Jahren bundesweit existieren. Als wesentliche Neuerung kommt die
Integration fast aller Nahverkehrszüge und einer Vielzahl großer und
kleiner Bahnhöfe hinzu.
    
    Als Herzstück von RIS fungiert der RIS-Server, ein Zentralrechner,
der in der Endstufe rund eine Million Zuglaufmeldungen pro Tag
verarbeiten wird. Das entspricht einer Datenmenge von 4,2 Giga-Byte.
An diesen Server melden die Fern- und Nahverkehrszüge künftig ihre
aktuelle Position sowie gegebenenfalls Abweichungen vom Fahrplan und
den dafür verantwortlichen Grund.
    
    Rund 1.700 Zugbegleiter im ICE und InterCity sowie 4.000
Kundenbetreuer im Nahverkehr werden gegenwärtig mit Communikatoren
ausgerüstet, um RIS auf SMS-Basis Informationen in Echtzeit zur
Verfügung stellen zu können.
    
    Die eingehenden Daten werden vom Server verarbeitet und stehen
unmittelbar für die Kundeninformation zur Verfügung:
    
    * Im Internet unter www.bahn.de in den aktuellen Abfahrts- und
Ankunfts-Tafeln sind aktualisierte Daten für alle Bahnhöfe
erhältlich.  
    
    * An über 700 Bahnhöfen profitieren noch in 2003 DB-Kunden von RIS
durch qualitativ verbesserte Anzeigen und Lautsprecher-Durchsagen.

    * In Nahverkehrszügen, die von einem Kundenbetreuer begleitet werden, verschafft RIS den DB-Mitarbeitern und damit auch den Reisenden künftig durch den Communikator verlässliche Echtzeit- und Anschlussinformationen.

    * Nahverkehrszüge ohne DB-Kundenbetreuer werden mit einem digitalen Ansagesystem und teilweise auch mit elektronischen Anzeigen ausgerüstet. Auf diesem Weg gelangen die aktuellen RIS-Daten auch in Züge ohne Kundenbetreuer.

    * Im ICE und InterCity werden Reisende schon heute über ihre Anschlüsse informiert. Mit RIS werden diese Auskünfte zeitnäher und verlässlicher.

    Zur Generierung einer stabilen Informationsqualität auf dem
angestrebten Niveau wurde das RIS-Qualitätsmanagementkonzept
entwickelt, das die Prozesse zur Qualitätsmessung und
Nachhaltigkeitssicherung festlegt. Das heißt, die Einhaltung
definierter Standards, die anspruchsvoll aber realistisch die
Kundenanforderungen an die Reisendeninformation widerspiegeln, wird
durch Messungen überprüft, erkannte Fehlerquellen werden analysiert,
die Prozesse ständig optimiert.
    
    Die Bahn wird ihre RIS-Daten auch im intermodalen Verkehr zur
Anschlusssicherung zwischen dem Schienenverkehr und anderen
Verkehrsträgern auf Bestellung verfügbar machen, damit ihre Kunden
mit zuverlässigen Echtzeit-Informationen über den Bahnverkehr an
Umsteigepunkten überall in Deutschland ausgerüstet sind.
    
    
    Hinweis für elektronische Medien:
    
    Fernsehsender haben die Möglichkeit, Schnittbilder zum Thema RIS
und O-Töne von Dr. Christoph Franz, Vorstand Personenverkehr,
kostenfrei als Beta-SP Kopie zu erhalten oder per ATM unter folgender
Nummer zu bestellen: 030-2575-1334
    
    Radiosender können dieselben O-Töne unter www.bahn.de
    (als MP-3 Datei) oder unter www.newsaktuell.de (als MP-2 Datei)
abrufen.
    
    "RIS" verarbeitet täglich eine Million Zuglaufmeldungen
    Modularer Aufbau und Industriestandard senken Kosten -
RIS-Intranet macht Daten bundesweit abrufbar
    
    
    Themendienst
    
    Berlin/Frankfurt am Main - Pünktlichkeit hat bei der Bahn höchste
Priorität. Ziel der Bahn ist es, dass möglichst viele Züge ihr Ziel
pünktlich nach Fahrplan erreichen. Doch in einem hochkomplexen System
mit täglich mehr als 31.000 Fern- und Nahverkehrszügen, das in
Hunderten Knotenpunkten binnen weniger Minuten Tausende Anschlüsse
bietet, lassen sich Unregelmäßigkeiten und Verspätungen nie ganz
vermeiden. Hinzu kommen mehr als 6000 Güterzüge täglich, die auch auf
diesem Netz fahren.  
        
    Ein optimiertes "ReisendenInformationsSystem" (RIS) wird künftig
    DB-Kunden und Eisenbahner wesentlich schneller und zuverlässiger
darüber auf dem Laufenden halten, wie es um die Betriebslage steht
und wie man sein Reiseziel auch bei Verspätungen so zügig und
komfortabel wie möglich erreicht. Der RIS-Zentralrechner wird
mittelfristig rund um die Uhr mit den aktuellen Positionen fast aller
Fern- und Nahverkehrszüge im Bundesgebiet "gefüttert" und errechnet
bei Abweichungen vom Fahrplan sofort die Konsequenzen, die sich
beispielsweise im nächsten Knotenpunkt daraus ergeben.
    
    SMS-Technik liefert Standorte der Nahverkehrszüge in den
RIS-Server
    
    Bis zum bundesweiten Ausbau von RIS wurden lediglich die rund
1.000 täglichen Fernzüge jederzeit von der zentralen Transportleitung
überwacht. Künftig ist auch der aktuelle Standort der meisten
Nahverkehrszüge in Echtzeit feststellbar. Dank des neuen RIS-Intranet
werden diese Daten künftig online an den Ansager-Arbeitsplätzen und
den ServicePoints verfügbar sein, bei den Zuganzeigen und
Lautsprecherdurchsagen in den Bahnhöfen berücksichtigt und auch in
alle Züge übertragen.
    
    Rund 1.700 Zugchefs im ICE und InterCity und 4.000 Kundenbetreuer
im Nahverkehr werden dafür gegenwärtig mit Communikatoren
ausgerüstet. Sie kommunizieren mit dem RIS-Server per SMS - und zwar
in beide Richtungen. Das "fahrende Personal" der Bahn meldet den
Standort des Zuges regelmäßig per SMS.

    Im Störungsfall versenden Zugbegleiter eine entsprechende Meldung,
die auch Auskunft über den Grund der Unregelmäßigkeit liefert.
Zugleich können sie per SMS dem Zentralrechner auch mitteilen, wie
viele Fahrgäste in den weiteren Stationen des Zuges welche
Anschlussverbindung erreichen wollen. Umgekehrt können die
Zugbegleiter und Kundenbetreuer mit ihren Communikatoren
Informationen über die gesamte Betriebslage einholen.
          
    Aktualisierte Ankunft- und Abfahrzeiten für alle Bahnhöfe im
Internet
    
    DB-Kunden profitieren auch direkt von der verbesserten
Datenversorgung durch RIS und können im Internet zeitgleich mit dem
DB-Personal auf Fahrplandaten in Echtzeit zugreifen. Auf der
DB-Homepage www.bahn.de liefern die Ankunfts- und Abfahrts-Tafeln für
alle Bahnhöfe aktualisierte Daten. Reisende und Abholer können so
bundesweit schon frühzeitig online erfahren, ob ihr Zug pünktlich ist
oder mit welcher Verspätung zu rechnen ist.
    
    RIS wird von der Bahn auch vor dem Hintergrund laufender
Modernisierungsmaßnahmen beim Netz eingeführt. In vielen Bahnhöfen
wird es durch die zunehmende Nutzung zentraler elektronischer
Stellwerke keine Fahrdienstleiter mehr geben, die in der
Vergangenheit auf kleineren Bahnhöfen auch für die
Lautsprecher-Durchsagen verantwortlich waren. An ihre Stelle treten
im Rahmen von RIS für rund 1.900 Stationen regionale Ansager, von
denen jeder für bis zu 15 Stationen verantwortlich ist.
    
    Auch für moderne Nahverkehrs-Triebwagen, die auf Regionalstrecken
mit geringem Verkehrsaufkommen häufig ohne Kundenbetreuer unterwegs
sind, bietet RIS eine Lösung. Hier sollen die aktualisierten Daten
auf Basis eines Satellitenortungs-Systems künftig über ein digitales
Sprachansage-System und, wo vorhanden, über elektronische Anzeigen im
Triebwagen an die Reisenden weitergegeben werden.
    
    Qualitätsmanagement und Nachhaltigkeit
    
    Zur Generierung einer stabilen Informationsqualität auf dem
angestrebten Niveau wurde das RIS-Qualitätsmanagementkonzept
entwickelt, das die Prozesse zur Qualitätsmessung und
Nachhaltigkeitssicherung festlegt. Das heißt, die Einhaltung
definierter Standards, die anspruchsvoll aber realistisch die
Kundenanforderungen an die Reisendeninformation widerspiegeln, wird
durch Messungen überprüft, erkannte Fehlerquellen werden analysiert,
die Prozesse ständig optimiert.
    
    Bahn investiert über 220 Millionen Euro in RIS
    
    Die Bahn wird ihre RIS-Daten auch im intermodalen Verkehr zur
Anschlussicherung zwischen dem Schienenverkehr und anderen
Verkehrsträgern auf Bestellung verfügbar machen, damit ihre Kunden
mit zuverlässigen Echtzeit-Informationen über den Bahnverkehr an
Umsteigepunkten überall in Deutschland ausgerüstet sind. Diese
Schnittstelle "RIS Anschluss" soll bei entsprechender Nachfrage
entwickelt werden.

    Insgesamt investiert die Bahn über 220 Millionen Euro, bis Ende
2004 allein 120 Millionen Euro in die Optimierung ihres
ReisendenInformationsSystems (RIS): davon knapp 57 Millionen Euro in
die Bahnhofsprojekte, 44 Millionen in die Ausrüstung der Züge und in
das Internet und 19 Millionen Euro in die IT-Infrastruktur. Verbunden
damit ist das erklärte Ziel der Bahn, bis zum Jahr 2010 soweit wie
möglich die heute auftretenden Mängel bei der Reisendeninformation zu
beheben.
    
    Während Reisende die DB-Informationen heute noch mit Schulnoten
zwischen 2,5 und 4,7 bewerten, soll dieser Wert in Laufe der
kommenden Jahre auf eine "glatte Zwei" gesteigert werden. Die
qualitative Verbesserung der Reisendeninformation gilt als besonders
bedeutender Gradmesser für die Zufriedenheit der Kunden mit der Bahn.
    
    Den Grundstein für RIS hatte die Bahn bereits 1998 gelegt. In
mehreren Regionen wurden Bausteine des neuen Systems getestet und
mittlerweile mit Erfolg eingeführt. Mit der flächendeckenden
Verteilung der Communikatoren an die Zugbegleiter tritt RIS jetzt
bundesweit in die Realisierungsphase ein. Bis Jahresende soll das
System alle Hauptstrecken umfassen, bis 2008 das gesamte
DB-Streckennetz.
    
    
ots Originaltext: Deutsche Bahn AG
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