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30.08.2006 – 21:17

Rheinische Post

Rheinische Post: Recht der Kinder

Düsseldorf (ots)

Von Eva Quadbeck
Die Pflege und Erziehung von Kindern ist Sache der Eltern. Daran 
gibt es nichts zu rütteln. Die Erziehungsfreiheit der Eltern hört 
allerdings dann auf, wenn sie mit ihren Kindern überfordert sind, 
sich nicht interessieren, versagen. Dann muss der Staat seine 
Wächterfunktion wahrnehmen.
In welcher Form? Der Ansatz der CSU, jenen das Kindergeld zu kürzen, 
die ihren Nachwuchs nicht zu Vorsorge-Untersuchungen bringen, ist 
verfassungsrechtlich zweifelhaft und inhaltlich nicht zielführend. 
Richtig aber ist, wenn Jugendämter nachhalten, ob die Arztbesuche 
erfolgen und die säumigen Familien kontrollieren. Der Vorschlag des 
JU-Chefs Mißfelder, Problem-Familien, die von Arbeitslosen-geldx0fII 
oder Sozialhilfe leben, teilweise Sachleistungen statt Geld zu geben,
geht in die richtige Richtung. Es hat sich erwiesen, dass diese 
Familien es häufig nicht schaffen, monatlich ein paar Euro für das 
nächste Paar Kinderschuhe zurückzulegen.
Vernachlässigung von Kindern ist indes ein Problem, das weit in die 
Mittelschicht reicht. Als Gegenmittel hat Ex-Bundespräsident Roman 
Herzog vorgeschlagen, das Recht der Kinder im Grundgesetz 
aufzunehmen. Kanzlerin Merkel hat dafür schon Sympathie gezeigt. Nur 
zu.

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