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Rheinische Post: Jammern hilft nicht - Von THOMAS REISENER

    Düsseldorf (ots) - Kann man den Schaustellern vorwerfen, dass ihre Aushilfen fast alle aus dem Ausland kommen? Dass sie es halten wie die Spargel- und die Erdbeerbauern? Wie die Fleischer, Fliesenleger und die Bauherren? Seit 2004 weht ein kalter Wind über den Arbeitsmarkt. Er kommt aus Osten: Mit der EU-Erweiterung ist es noch leichter geworden, einfache Arbeiten dort einzukaufen.

    Trotzdem überwiegen die Vorteile. Dem Druck der globalisierten Wirtschaft halten protektionistische Schranken ohnehin nicht stand. Sie machen alles nur noch schlimmer: Wer könnte sich denn wohl noch Spargel leisten, der auf deutschem Lohnniveau gestochen wird? Seit die moderne Kommunikations- und Verkehrstechnik den Globus zum Golfball geschrumpft hat, stehen die deutschen Preise nunmal mit der ganzen Welt im Wettbewerb. Da leistet sich keiner vermeidbare Kosten - auch nicht die Verbraucher. Deshalb werden immer mehr Arbeiten ins Ausland exportiert und Arbeitnehmer von dort importiert. Helfen würde ein Niedriglohn-Sektor, der auch Langzeitarbeitslosen wieder eine Chance gibt. Mit diesem für Herbst versprochenen Projekt könnte die große Koalition ihre peinlich schwache Gesundheitsreform wieder wettmachen.

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