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Rheinische Post: Endlich frei

    Düsseldorf (ots) - Von Godehard Uhlemann

    Die beiden im Irak entführten deutschen Ingenieure sind frei. Erleichterung und Freude in der Heimat sind erste verständliche Reaktionen. Das Geiseldrama hätte auch ganz anders ausgehen können. Insofern ist Besinnung am Tag der "Wiedergeburt" der beiden nicht falsch: Wer die chaotische Szenerie im Irak nicht aus den Augen verliert, weiß, wie eng dort Leben und Tod täglich beieinander liegen. Es gab nie eine Gewissheit für die Freiheit und das Leben der beiden. Es gab nie einen Hinweis auf die erhoffte Menschlichkeit der Entführer. Appelle verpufften, und die Videoforderungen der Entführer schufen Angst, weil Deutschland sich nicht erpressen lassen kann. Der Spagat zwischen staatlicher Unbeugsamkeit und dem Wunsch der Betroffenen nach individueller Lösung ist nicht zu leisten. Thomas Nitzschke und René Bräunlich sind nach 99 Tage Tortur frei. Andere werden im Irak nach Jahren noch vermisst. Daran lässt sich ablesen, dass das Entführungsgeschäft politische und wirtschaftliche Dimensionen hat. Geiseln werden zum Spielball von Interessen. Die Lehre aus dem Drama: Es geht nicht darum, den Irak zu meiden. Es geht darum, den dorthin Reisenden größtmöglichen Schutz zu organisieren. Das kostet viel Geld. Freikäufe aber auch.

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