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Rheinische Post: Hetze im Namen des Islam

    Düsseldorf (ots) - Von Klaus Peter Kühn

    Es ist furchtbar und unfassbar, was Hetzer im Namen des Islam anrichten. In Nigeria werden Christen auf bestialische Weise umgebracht, weil im fernen Dänemark Mohammed-Karikaturen veröffentlicht worden sind. Mit einiger Sicherheit hatten die meisten Mordbrenner nicht einmal von dem kleinen skandinavischen Land gehört. Geschweige denn konnten sie die Abbildungen in "Jyllands-Posten" kennen. Hier sind eindeutig Drahtzieher mit finstersten Absichten am Werk, die den "Kampf der Kulturen" herbeibeschwören wollen. Wenn in diesen aufwühlenden Zeiten ein fragwürdiger türkischer Rambo-Film in Deutschland die Kino-Säle füllt und die vorwiegend deutsch-türkischen Zuschauer beim Tod eines Amerikaners applaudieren, dann scheint die Auseinandersetzung bei uns mit voller Wucht angekommen zu sein. So befremdlich die Begeisterung für "Tal der Wölfe" auch sein mag, sie hat eine andere Qualität als die Gewaltwelle nach den Karikaturen. Der nach (amerikanischem!) Muster gefertigte Reißer bedient geschickt die Gefühle einer stolzen Nation, die sich häufig zurückgesetzt fühlt. Und: Die christliche Religion der Amerikaner, denen es der türkische Rambo einmal so richtig zeigt, spielt keine Rolle, es geht um die Irak-Politik der USA. Der von der Türkei angestrebten Mittler-Rolle zwischen dem Westen und den islamischen Staaten schadet der Film. Ein klares Wort aus Ankara wäre mehr als angebracht.

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