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Rheinische Post: Kommentar
Der Terror als Routine - nur welcher? = Von Michael Bröcker

Düsseldorf (ots) - Die Hintergründe des Anschlags auf den BVB-Mannschaftsbus sind noch nicht restlos geklärt, aber es war eine gezielte Attacke, so viel wissen die Ermittler. Dass der Verein zunächst von einem "Vorfall" sprach, wenn Sprengsätze explodieren, erscheint fragwürdig. Beschönigen ist jetzt genauso falsch wie Panikmache. Wenn sich die Hinweise der Bundesanwaltschaft verdichten und sich ein terroristisches Motiv hinter der Attacke verbirgt, haben wir es mit einer weiteren (Ab-)Art des Terrors zu tun. Prominente als Zielpersonen. Es ging den Tätern offenbar nicht um Anschläge auf gut besuchte Plätze, um wahllos Zivilisten zu töten. Es ging offenbar auch darum, wer getroffen wird. Publicity. Maximale Aufmerksamkeit ist bei einem Bundesligateam garantiert. Der Terror wird diffus. Lkw, Axt, Sprengsätze. Trittbrettfahrer? Ein Muster ist nicht erkennbar. Das macht es den Sicherheitsbehörden schwer. Die Bevölkerung ist mehr denn je gefragt. Hinsehen, aufmerksam sein. Das Vertrauen in die Behörden zulassen. Und wenn es doch passiert, sollten wir so agieren, wie es die Dortmunder getan haben. Besonnen, solidarisch, ruhig. So wird der Terror nie sein Ziel erreichen, die Gesellschaft zu destabilisieren.

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