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Rheinische Post: Debatte um Burkini Kommentar Von Christine Longin

Düsseldorf (ots) - Die Debatte um den Burkini ist nicht vorbei. Das oberste Verwaltungsgericht Frankreichs hat das Verbot des Ganzkörperbadeanzugs zwar ausgesetzt, doch es ist nur ein Etappensieg der Vernunft. Die Richter haben all jene gestoppt, die den Schwimmanzug mit Salafismus gleichsetzten. Aber die hysterische Debatte wird weitergehen - das zeigten schon die ersten Reaktionen. Sicher, der Burkini ist kein Zeichen der Emanzipation. Manche Frauen haben sich nicht freiwillig, sondern auf Druck ihrer Familie dafür entschieden. Und es werden tendenziell mehr, vor allem in den Vorstädten. Doch die klare Abgrenzung der Muslime vom Rest der Gesellschaft ist auch Ergebnis ihrer misslungenen Integration. Die Nachfahren der nordafrikanischen Einwanderer sind meist Bürger zweiter Klasse geblieben. Um die Abgrenzung noch weiter zu treiben, fordern Konservative und Rechtspopulisten nun gemeinsam ein gesetzliches Burkini-Verbot. Und wenn die Konservativen die Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr gewinnen, dann dürfte es ein solches Verbot auch bald geben. Aber wo wird Frankreich damit enden?

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