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Rheinische Post: Kommentar
Kunstkrise spitzt sich zu = Von Thomas Reisener

Düsseldorf (ots) - Die Unentschlossenheit der Regierung Kraft im Umgang mit landeseigenen Kunstwerken fordert das zweite Opfer: Nach der Versteigerung von zwei Warhols aus der Sammlung der staatlichen Westspiel-Gruppe musste jetzt Star-Geiger Frank Peter Zimmermann seine Stradivari abgeben. Ob er sie wiederbekommt, ist offen: Das Instrument gehört zur Sammlung der ebenfalls landeseigenen Bank Portigon, die abgewickelt wird. Beide Vorgänge sind deshalb so ärgerlich, weil die Landesregierung keine Verantwortung übernimmt. Weder bekennt sie sich klar zu dem Ziel, die staatlichen Sammlungen zur Not auch mit Steuergeld zu erhalten. Noch will sie dem Ausverkauf zustimmen und einräumen, dass sie das nötige Geld für die Rettung der Kunst längst verpulvert hat. Stattdessen lassen die Ministerien jetzt Runde Tische langwierig nach Kompromissen und Sponsoren suchen. Das kann man so machen. Aber man muss es rechtzeitig machen. Rot-Grün hat das Thema viel zu spät angepackt. Kein Wunder, dass Berlin die Kulturschutz-Kompetenz der Länder in Frage stellt.

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