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Irakischer Zerfall = Von Matthias Beermann

Düsseldorf (ots) - Zerfällt der Irak? Am ehesten ließe sich die Einheit des Landes wohl erhalten, wenn Premierminister al Maliki möglichst bald verschwände. Der Mann hat das Kunststück fertig gebracht, sich nicht nur mit den Minderheiten der Sunniten und der Kurden, sondern auch mit großen Teilen der eigenen schiitischen Klientel zu überwerfen. Seinem Versagen ist es vor allem zuzuschreiben, dass ein paar Tausend zu allem entschlossene Dschihadisten beinahe kampflos ganze Regionen erobern konnten. Aber al Maliki macht keine Anstalten zu gehen. Der staatliche Zusammenhalt des Irak ist bereits derart geschwächt, dass eine Aufteilung immer wahrscheinlicher wird. Das wäre vielleicht nicht schlimm, wenn sich dadurch das politische Chaos in der Region nicht noch verstärken würde. Die Folgen, das sei jenen gesagt, denen der Irak ganz weit weg scheint, müssten neben den geschundenen Menschen in der Region auch wir ausbaden: In Form weiter anschwellender Flüchtlingsströme Richtung Europa, der wachsenden Gefahr von Terroranschlägen und einer neuen Weltwirtschaftskrise.

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