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Rheinische Post: Geisel muss seine Agenda finden Kommentar Von Michael Bröcker

Düsseldorf (ots) - NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft ist die große Gewinnerin der Stichwahl. Endlich wird die Landeshauptstadt von der SPD regiert. Dass der siegreiche Thomas Geisel die Düsseldorfer Klage gegen den Kommunal-Soli zurückzieht, dürfte Bedingung für ihren Wahlkampfeinsatz gewesen sein. Doch Geisel sollte sich überlegen, ob das das richtige Signal wäre: Wer sich anstrengt, muss Geld anderen Kommunen zahlen. Wer sich nicht anstrengt, dem wird geholfen. Die Düsseldorfer sind ein politisches Volk, stolz auf die dynamische Entwicklung ihrer Stadt. Die relativ hohe Wahlbeteiligung zeigt, dass auch ein erheblicher Teil des bürgerlichen Lagers von Dirk Elbers nicht mehr repräsentiert werden wollte - ein Vertrauensvorschuss für Geisel. Nun kommt der Praxistest. Ein Oberbürgermeister, der pragmatisch Politik macht, Argumenten aus Kultur und Wirtschaft zuträglich ist, kann die politischen Lager versöhnen. Sollte Geisel aber als Handlungsreisender in Sachen SPD-Programmatik von Angermund bis Hellerhof ziehen, dürfte er scheitern. Ein Wort noch zur CDU: Es ist schon ziemlich wohlfeil, wie jetzt die Parteifreunde über Elbers herfallen. Der Machtverlust in der Landeshauptstadt ist auch ein Organisationsversagen der CDU in NRW.

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