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Rheinische Post: Kommentar
Die Barmer ist erst der Anfang = Von Antje Höning

Düsseldorf (ots) - Lange Zeit hat sich die Barmer als Kasse der Kranken und Alten profiliert. Ein dichtes Filialnetz und die Nähe zum Bürger gehörten zu den Argumenten, mit denen sie sich als Gegenprogramm zu den billigen Betriebskrankenkassen positionierte. Umso merkwürdiger ist es nun, wenn der Barmer-Chef sein Sparprogramm mit der Online-Begeisterung der Versicherten rechtfertigt. Gerade viele Barmer-Kunden lösen ihre Probleme mit Ärzten und Kliniken nicht am Telefon, sondern in der Filiale vor Ort. Etwas mehr Ehrlichkeit hätte der Kasse gut angestanden. Es geht ihr nicht um besseren Service, sondern um reines Kostensenken. Unternehmerisch ist der Kurs nachvollziehbar. Der Wettbewerb zwischen den Kassen nimmt (endlich) wieder zu. Kostensteigerungen werden nach den Plänen der großen Koalition künftig nicht mehr durch eine Erhöhung des Einheitssatzes aufgefangen. Stattdessen müssen klamme Kassen einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag nehmen, was zu kräftigem Mitgliederschwund führen wird. Das will jede Kasse vermeiden. Darum ist der Stellenabbau bei der Barmer auch erst der Anfang. Viele andere Kassen werden folgen. So ist Wettbewerb: bitter für die Mitarbeiter, sinnvoll für die Beitragszahler.

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