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Rheinische Post: Kommentar
Deutsche Lieblingssportart in Verruf = Von Martin Beils

Düsseldorf (ots)

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds irrt. "Es ist zuallererst ein singuläres Problem", sagt Alfons Hörmann über den Dopingfall Sachenbacher-Stehle. Nein, die ganze Sportart Biathlon nimmt Schaden. Bislang waren es aus deutscher Sicht fast immer nur "die anderen", die in dieser populären Sportart erwischt worden sind. Russen und Ukrainer und Österreicher. Aber die netten, sympathischen, braven Deutschen? Die doch nicht! Sie galten dem Publikum als Saubermänner und -frauen. Biathlon ist Deutschlands Lieblings-Wintersport. Und nun? Arg leistungssteigernd ist die im Körper der Oberbayerin gefundene Substanz zwar nicht, der Positivtest weist aber zumindest auf einen laxen Umgang mit solchen Mitteln hin. Der Fall Sachenbacher zwingt auch mal wieder zum Nachdenken über die großen Erfolge, die deutsche Biathleten in den vergangenen Jahrzehnten bei Olympia und Weltmeisterschaften gefeiert haben. 2008 wehrte sich der Deutsche Skiverband erfolgreich mit juristischen Waffen gegen die von der ARD ausgesprochene Verdächtigung, 20 Biathleten und Langläufer würden ihr Blut in Wien auffrischen lassen. Die schwache sportliche Bilanz - mit nur einer Silbermedaille für die Biathleten - war bis zu diesem schwarzen Freitag das größte Problem des DOSB in Sotschi. Dass nun eine Hauptdarstellerin des Teams, die sogar als Fahnenträgerin gehandelt worden war, positiv getestet wurde, macht die anstehende Diskussion um die Sportförderung in Deutschland nicht leichter. Die Nähe zwischen Höchstleitungssport und Doping wird wieder offensichtlich. Dass ein von einem Mentaltrainer gereichtes Nahrungsergänzungsmittel den Positiv-Test hervorgerufen haben soll, wirkt seltsam. Seit Jahren warnen die Antidoping-Einrichtungen gebetsmühlenartig vor diesen Mitteln. Und nun hat eine Athletin, die seit anderthalb Jahrzehnten in der Weltspitze unterwegs ist, unbedacht zu chinesischen Energie-Riegeln gegriffen? Im Zusammenhang mit Sachenbachers Schutzsperre wegen zu hoher Blutwerte bei den Spielen 2006 klingt die Geschichte bemerkenswert.

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