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Europa zählt nicht = Von Anja Ingenrieth

Düsseldorf (ots) - Den verbalen Ausfall von US-Spitzendiplomatin Victoria Nuland gegen Europas Krisenmanagement in der Ukraine mag man als Ausrutscher werten. Doch er offenbart, was Washington von der EU hält: nicht viel. Amerika fehlt eine Telefonnummer in Europa, die schon Außenminister Kissinger einst forderte. Stattdessen bietet der Staatenverbund drei Präsidenten und eine Quasi-Außenministerin auf, die am Gängelband der Hauptstädte tanzt. Denn in Kernfragen der Außenpolitik entscheiden die 28 EU-Staaten einstimmig, der kleinste gemeinsame Nenner wird zur EU-Position. Deshalb ist Europa den Amerikanern oft zu "soft". Gegen einen knallharten Machtpolitiker wie Wladimir Putin tut sich Europa mit seiner politischen Vermittlungsstrategie ohne Sanktionen schwer. Klar ist: Der Pleite-Staat Ukraine braucht jetzt neben politischer Vermittlung auch finanzielle Unterstützung, um Stabilität für eine pro-europäische Zukunft herstellen zu können. Nur wer derartige, attraktive Anreize bietet, hat Einfluss. Das ist nur eine der Lektionen, die die EU aus der Ukraine-Krise lernen muss.

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