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Rheinische Post: Rente als Gefälligkeit

Düsseldorf (ots) - Der frühere SPD-Chef Franz Müntefering hat eine Begabung dafür, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Die geldgierigen Hedgefonds nannte er treffend "Heuschrecken". Jetzt hat er die Rentenpläne der neuen großen Koalition als zu teuer und ungerecht gebrandmarkt. Da hat der große alte Mann der SPD recht. In seltener Eintracht haben die beiden Volksparteien ihre jeweilige Klientel aus der Rentenkasse bedient. Die Sozialdemokraten hatten die langjährig Versicherten im Blick, die als Facharbeiter oder Angestellte ein Leben lang gut verdienten und die jetzt früher in Rente gehen dürfen. Die Verdienste der vorangegangenen wie der nachfolgenden Generation werden dabei nicht bedacht. Ebenso wollte die Union die Mütter belohnen, obwohl sie nicht in die Rentenkassen eingezahlt haben. Die doppelte Gefälligkeit klappt auch deshalb so gut, weil die SPD auch bei den Müttern punktet, während CDU und CSU sich den Facharbeitern andienen können. Beide Gruppen haben Verdienste. Sie sollten aber nicht aus der Rentenkasse bezahlt werden.

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