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Rheinische Post: Ehre und Alter

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Gregor Mayntz:

Als der Bundestag 1953 das Bundespräsidenten-Ruhebezügegesetz verabschiedete, war der aktuelle Amtsinhaber längst im Rentenalter. Seinen ersten "Ehrensold" bekam Theodor Heuss 1959 mit 75 Jahren, sein Nachfolger Heinrich Lübke 1969 mit 75 Jahren und auch der dritte Präsident Gustav Heinemann war 1974 bereits 75, als er erstmals Ehrensold bezog. Der Altpräsident war also alt. Und, so traurig es auch ist, auch der einzige. Den Vorgängern war nach dem Ausscheiden aus dem Amt jeweils kein langer Ruhestand mehr vergönnt. Vor diesem Hintergrund war es überfällig, das Ehrensoldgesetz mit begleitender Ausstattung auf den Prüfstand zu stellen. Die Erwartungen an das weitere Wirken eines Einzelnen sind gänzlich andere, als wenn sich bald vielleicht ein halbes Dutzend "Elder Statesmen" als lebenslange Autoritäten anbieten. Wie wäre es zum Beispiel damit, für Alt-Präsidenten ein gemeinsames Büro als Anlaufstelle zu bilden? Eine Überlegung wert wäre zudem, ob der Staat auch Witwen und Waisen eines Ex-Präsidenten endlos üppig auszustatten hat. Deshalb ist der SPD-Gedanke einer überparteilichen Kommission eine gute Idee, die ausufernde Debatte zu einem neuen Konsens zu bringen, den das Amt dringend braucht.

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