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25.11.2011 – 20:33

Rheinische Post

Rheinische Post: Blitzen alleine reicht nicht aus

Düsseldorf (ots)

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) will die Zahl der Unfalltoten durch eine neue Verkehrsstrategie senken. Künftig sollen Temposünder nicht nur durch wenige Zivilwagen, sondern auch von den im Stadtbild viel präsenteren Streifenwagen geblitzt werden können. Zu hohes Tempo ist die Hauptursache für tödliche Unfälle. Jede Maßnahme, die Leid und Trauer eindämmt, ist richtig. Jägers Vorstoß wirft jedoch zwei Fragen auf. Erstens: Ist es wirklich klug, die geplanten Geschwindigkeitskontrollen im Internet zu veröffentlichen? Die Offenheit soll für Akzeptanz sorgen, wirkt aber nicht zu Ende gedacht. Schnellfahrer werden diese Transparenz als Einladung verstehen, auf vermeintlich "freien Strecken" aufs Gas zu drücken. Zweitens: Jäger will die Kapazität für mehr Kontrollen dadurch schaffen, dass die Polizei künftig öfter auf die personalintensiven Anhaltekontrollen verzichten soll. Damit fiele dann aber auch die wichtige persönliche Ansprache der Autofahrer weg. Statt hier zu sparen, sollte Jäger den Einsatz von Schockvideos ausbauen. Die Filme, die die verheerenden Auswirkungen von Unfällen mit zu hoher Geschwindigkeit verdeutlichen, hinterlassen einen tiefen Eindruck. Ein kurzer Blitz, wenn auch von Fall zu Fall von harter Strafe gefolgt, hat hingegen nicht unbedingt nachhaltig disziplinierende Wirkung.

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