Rheinische Post

Rheinische Post: Riskanter JVA-Job Kommentar Von Gerhard Voogt

Düsseldorf (ots) - In der JVA Aachen hat ein Gefangener einen Bediensteten angegriffen und schwer verletzt. Das setzt die Serie der Negativ-Nachrichten aus dem Gefängnis fort. Sicher, in der Haftanstalt sitzen viele hochgefährliche Straftäter ein. Das kann aber keine Erklärung für die Zwischenfälle sein. Im Gegenteil: Gerade weil der Vollzug in Aachen besonders riskant ist, sollte er besonders sicher sein. Nach dem Ausbruch von zwei Schwerverbrechern ist man in der JVA schnell zur Tagesordnung übergegangen. Die Missstände wurden nur teilweise beseitigt. So liegt der Krankenstand bei den Bediensteten immer noch bei mehr als zehn Prozent. Auch die Anstaltsleiterin, die heftig in die Kritik geraten war, sitzt weiterhin auf ihrem Posten. Der neue Justizminister von NRW, Thomas Kutschaty (SPD), hatte die Missstände in den Gefängnissen als Oppositionspolitiker scharf kritisiert. Nun wird deutlich, dass sich in seiner Verantwortung bisher wenig geändert hat. Das Sicherheitskonzept der JVA Aachen bleibt unzureichend. Das Ministerium ist offenbar nicht in der Lage, die Aufsichtsfunktion auszuüben. Viele JVA-Bedienstete hatten sich mehr von der neuen Regierung erhofft. Sie sind enttäuscht. Ihr Job ist genauso gefährlich wie früher.

Pressekontakt:

Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2303

Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Rheinische Post

Das könnte Sie auch interessieren: