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Rheinische Post: Mehr Zeit für alte Menschen

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Jürgen Stock:

In Mönchengladbach ermittelt die Staatsanwaltschaft, weil ein 85-Jähriger nach einem Aufenthalt in einem Pflegeheim an Austrocknung gestorben ist. Der Vorgang macht über den Einzelfall hinaus betroffen. Viele Angehörige gebrechlicher alter Menschen werden sich fragen, ob die in Mönchengladbach offenbar schon seit längerem herrschenden Zustände symptomatisch für die Qualität der Betreuung in deutschen Heimen sind. Das ist ganz sicher nicht so. Wie die Untersuchungen des Medizinischen Dienstes zeigen, arbeitet das Pflegepersonal in den meisten Einrichtungen trotz hoher Belastung ordentlich bis sehr gut. Dennoch bestätigen Experten, dass Pflegerinnen und Pfleger sich in vielen Heimen nicht so um die ihnen Anvertrauten kümmern können, wie dies wünschenswert wäre. In NRW schätzen die Einrichtungen den Personalbedarf nach einer jüngst durchgeführten Umfrage auf fünf Prozent. Selbsthilfegruppen sprechen von bis zu 20 Prozent. Doch noch so viel Personal kann nicht ändern, dass letzten Endes die Angehörigen selbst die Verantwortung für das Wohl betagter Familienmitglieder haben. Noten für das Pflegeheim sind eine Entscheidungshilfe bei der Wahl der Einrichtung. Wichtiger ist jedoch der dauerhafte Kontakt zu den Pflegern und vor allem: den betreuten Menschen selbst.

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