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Rheinische Post: Hellas Angels

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Birgit Marschall:

So sieht sie also aus, die Beteiligung der Banken an der Rettung Griechenlands: Die Geldhäuser sagen zu, "nach aller Möglichkeit" bestehende Kreditlinien gegenüber Griechenland und seinen Banken nicht zu stornieren sowie Staatsanleihen Athens zu behalten beziehungsweise zu "prolongieren", wie es im Fachchinesisch der Banker heißt. So ehrenwert und hilfreich es ist, dass die Kreditwirtschaft diese Zusage macht - festzustellen ist: Sie geht damit nur ein sehr begrenztes Risiko ein. Solange die Euro-Staaten die Pleite Griechenlands verhindern, kommen auf die Banken keine Zahlungsausfälle zu. Bewusst haben sie ihr Versprechen an die Laufzeit des Rettungsprogramms gekoppelt. Um es einmal klar zu sagen: Geldgeschenke der deutschen Banken für Athen wird es nicht geben. Die Geldhäuser bleiben ihrem völlig überforderten Schuldner nur etwas länger treu, als sie es unter normalen Umständen getan hätten. Insofern kann von bisher kolportierten Milliarden-Beiträgen der Banken zur Rettung Griechenlands keine Rede sein. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, den seine PR-Abteilung in den letzten Tagen geschickt als eine Art "Hellas Angel" stilisiert hatte, dürfte am Ende sogar gutes Geld in Athen verdienen.

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