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Rheinische Post: Mixas Makel

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Reinhold Michels:

Der Bischof von Augsburg, Walter Mixa, ruft in einem seiner Bücher dazu auf, Schluss zu machen mit feigem Katholizismus und spießbürgerlicher Sesshaftigkeit. Christentum sei mehr als die Formel "Seid nett zueinander". Mixa hat recht. Aber die Erzbischöfe Zollitsch (Freiburg) und Marx (München) haben auch recht, wenn sie ihren ins Gerede gekommenen bischöflichen Mitbruder aus Augsburg nun auffordern, sich an die eigene Nase zu fassen, anstatt durch falsche Sesshaftigkeit der beschädigten Kirche zusätzlich zu schaden. Es sind nicht die Ohrfeigen, die den ehemaligen Pfarrer und Religionslehrer ins Zwielicht tauchen, auch wenn er diese Form der Züchtigung aus pädagogischer Vorzeit zu spät eingeräumt hat. Schlimmer ist der böse Verdacht, Mixa habe als Priester in fürstbischöflicher Manier für zigtausend D-Mark Weinvorräte und allerlei Schmuckwerk zur persönlichen Erbauung anschaffen und die Kostbarkeiten aus einem Waisenhaus-Etat vorfinanzieren lassen. Viele, die Walter Mixa gut kennen, schätzen seine gewinnende Art, seine Liebe zum offenen Wort. Sie schätzten ihn noch mehr, wenn er begreifen würde, was jetzt nottut: persönlicher Mut, frei nach Johannes XXIII. die Kirche wichtiger zu nehmen als sich selbst.

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