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Rheinische Post: Atom-Machtkampf

    Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Michael Bröcker: Zu den ideologischen Grabenkämpfen rund um die weltweit ziemlich selbstverständliche Kernenergie kommt in der Bundesregierung nun auch noch ein politischer Machtkampf zweier Alphatiere. CDU-Fraktionschef Volker Kauder, in dessen baden-württembergischer Heimat ein Atomkonzern und Kraftwerke angesiedelt sind, legt sich mit CDU-Umweltminister Norbert Röttgen an, der sich als grünes Gewissen der CDU positioniert. Nachdem sich Röttgen kurz vor der Bundestagswahl deutlich vernehmbar als Nachfolger Kauders positionierte und auch sonst gerne jede Gelegenheit nutzt, um seine intellektuelle Überlegenheit Parteifreunden zu signalisieren, folgt nun der Racheakt. Dabei sollte es um die Sache gehen. Die Zukunft der Energie-Erzeugung ist grün. Aber so lange die 17 deutschen Kernkraftwerke sicher sind (und das sind sie, sonst würden sie abgeschaltet), sollten sie laufen. Ein voreiliger Ausstieg bei noch nicht ausgereifter Speichertechnik für erneuerbare Energien würde nicht nur die Preise anziehen lassen, sondern auch die CO2-intensive Energieproduktion durch Kohlekraftwerke befördern. Erst wenn die Öko-Energie nachweislich und bezahlbar hält, was sie verspricht, steht einem Atomausstieg nichts mehr im Weg.

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