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Rheinische Post: Tempospiel der SPD Kommentar Von Martin Kessler

    Düsseldorf (ots) - Es ist schon atemberaubend, mit welcher Geschwindigkeit die SPD sich der Linkspartei nähert. Allein der Verzicht des Feindbildes Oskar Lafontaine auf einen der beiden Spitzenjobs, die die Linkspartei zu vergeben hat, sorgt für Euphorie bei den Sozialdemokraten. Als ob allein der halbe Abgang des einstigen SPD-Chefs den Weg für Bündnisse mit der Linkspartei frei machte. Die SPD kommt nicht darum herum, ihr Verhältnis zu den Linksaußen in unserer Republik gründlich zu durchdenken. Der mögliche neue Bündnispartner ist eine Partei, die Polit-Abenteurern, ehemaligen Stasi-Spitzeln und überzeugten Sozialisten Heimat gibt. Im Osten mag eine pragmatische ehemalige SED-Elite dazukommen. Aber die ist auch noch längst nicht in der vereinigten Bundesrepublik angekommen. Gerade 20 Jahre nach den Ereignissen in Leipzig, als friedliche Demonstranten den Untergang der DDR einleiteten, muss die SPD von der Linken zuerst eine klare Aufarbeitung der DDR-Geschichte verlangen. Außerdem lehnt die Linkspartei sowohl das Afghanistan-Engagement, die Nato und den Lissabon-Vertrag der EU ab. Mit einer solchen Partei darf die SPD nicht koalieren.

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