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Rheinische Post: Konsens-Präsident Kommentar Von Anja Ingenrieth

    Düsseldorf (ots) - José Manuel Barroso hat sein Ziel erreicht: Er bleibt auf dem Chefsessel von Europas mächtiger Exekutive. Mit Gefälligkeits-Politik (v)erdiente sich der Brüsseler "Mr. Nice" die zweite Amtszeit. Frei nach dem Motto: allen wohl und keinem weh. Erst buhlte der Kommissions-Präsident mit panischer Penetranz um die Gunst der EU-Chefs, allen voran Angela Merkel und Nicolas Sarkozy. Dann stimmte er mit Bittgängen und Zugeständnissen die meuternden Parlamentarier gnädig, stützte sich um des Machterhalts willen auch auf die Europaskeptiker. Das sagt viel über Barroso und die EU. Nicht der Beste, sondern der Bequemste sitzt an der Schaltstelle der Brüsseler Macht. Dies müsste und könnte anders ein. Denn die EU braucht Gemeinsamkeit und Führung, um ihren Wohlstand in Zeiten der Krise zu verteidigen. Europa kann aber nur so geeint und so stark sein, wie Staaten und Parlamentarier es zulassen. Barroso ist dafür das beste Beispiel. Bleibt zu hoffen, dass der "Schoßhund" doch noch bellen und beißen lernt. Eigentlich braucht er nicht länger am Gängelband zu laufen. Denn die zweite ist seine letzte Amtszeit. Der Konsens-Präsident könnte getrost auch mal auf Konfrontations-Kurs gehen - zum Wohle Europas.

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