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Rheinische Post: Titel-Sucht

    Düsseldorf (ots) - Kommentar von Detlev Hüwel

    Die Sucht nach einem akademischen Titel hat schon immer kriminelle Energie ausgelöst. Diese Menschen versuchen  zumeist mit viel Geld   sich auf dunklen Wegen einen Doktortitel zu erschleichen, für den andere oft jahrelang wissenschaftlich schuften müssen. Dass sich menschliche Eitelkeit, gepaart mit Raffgier, gut vermarkten lässt, haben windige "Berater" längst erkannt. Im Internet preisen sie ihre ebenso "effektiven" wie diskreten Hilfen bei der Anfertigung von Dissertationen an. Es ist gut, dass die Ermittlungsbehörden bei solch einem "Institut" zuschlagen konnten. Jetzt herrscht bundesweit Unruhe in der Szene, und man darf gespannt sein, ob weitere Machenschaften aufgedeckt werden. Dass die Schuldigen bestraft und zu Unrecht vergebene Titel aberkannt werden müssen, versteht sich von selbst. Der aktuelle Fall sticht deshalb besonders hervor, weil sich Wissenschaftler, die ihren Titel (vermutlich) rechtmäßig tragen, in den Sumpf haben ziehen lassen und bestechlich wurden. Sie schaden damit nicht nur ihrer Hochschule, sondern rücken auch die Wissenschaft ins Zwielicht. Diese Leute gehören ebenfalls bestraft. Ihr Recht, Menschen akademisch auszubilden, haben sie verwirkt.

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