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Rheinische Post: Das Ende einer Ära Kommentar Von Frank Herrmann

    Düsseldorf (ots) - Kein Zweifel, es ist eine Ära zu Ende gegangen. Klar, man sollte sich hüten, zu schnell von historischen Momenten zu reden. Aber bei Edward Kennedy hat es seine Berechtigung. Zuallererst liegt das an seinem Clan, dem berühmtesten, den die amerikanische Politik je hervorbrachte. Eine Familie auf der Achterbahn, mal ganz oben auf dem Olymp, mal tragische Heldin wahrhaft griechischer Tragödien. Nie mittelmäßig. John F. Kennedy hat als Präsident viele so inspiriert, dass man Barack Obama noch über vierzig Jahre später den schwarzen Kennedy nannte. Noch immer steht der irische Name für Aufbruchstimmung, Ärmel-Hochkrempeln und Teamgeist. Heute noch symbolisiert er einen Patriotismus, bei dem zuerst gefragt wird, was einer für sein Land tun kann, nicht umgekehrt.  Mit Edward ist auch der letzte der großen Kennedy-Brüder tot. Allein deshalb ist das eine Zäsur. Was mit ihm verschwindet, ist seine unverwechselbare, nur scheinbar altmodische Art. Der Mann schielte nicht gebannt auf Umfragekurven. Er kämpfte und folgte seinem Gewissen, seinen Instinkten, seinem Gerechtigkeitssinn. Reden konnte er wie ein Volkstribun. Billige Treffer auf Kosten des politischen Gegners waren nicht Kennedys Sache.

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