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Rheinische Post: Piraten-Blamage

    Düsseldorf (ots) - Von Helmut Michelis

    Sorgt ein bislang unbekannter Frachterkapitän namens Richard Phillips für die Wende im Indischen Ozean? Nachdem er als erster amerikanischer Staatsbürger von Piraten entführt worden ist, macht das US-Militär ernst und fährt schweres Geschütz auf vor den Piraten-Nestern in Somalia. Der Fall erinnert fatal an die Bemühungen, Afghanistan Frieden zu bringen: Am Ende müssen es wohl die USA richten. Denn die Europäer, leider vor allem Deutschland, packen die Piratenplage halbherzig an und verzetteln sich zudem in juristischen Spitzfindigkeiten. So will die Bundesregierung die beim Angriff auf einen deutschen Marine-Tanker Festgenommenen lieber nicht in Deutschland vor Gericht stellen, weil sie ja um Asyl bitten könnten. Andererseits stellt das Amtsgericht in Kiel einen Haftbefehl aus und will die Seeräuber in Afrika abholen lassen. Eine deutsche Fregatte bringt die Piraten schnell "außer Sichtweite" - mögen sich doch Richter in Kenia mit dem Problem herumschlagen. Jüngster Höhepunkt des Behörden-Gegeneinanders ist der gestoppte Einsatz der Elitetruppe GSG 9 gegen die Seeräuber, die fünf deutsche Seeleute gekidnappt haben. So wird vermutlich wieder Lösegeld in Millionenhöhe fließen müssen - warum also der teure Militäreinsatz?

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