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Rheinische Post: Pakistan wackelt Kommentar VON GODEHARD UHLEMANN

    Düsseldorf (ots) - Pakistan sitzt tief in die Krise. Der Machtkampf zwischen Präsident Musharraf und der zivilen Regierungskoalition eskaliert, nachdem sie den Staatschef mit einem Amtsenthebungsverfahren stürzen will. Das ist innenpolitisch gefährlich, weil sich ein Machtvakuum zu bilden droht, das von den radikalen Islamisten ausgenutzt werden kann. Muscharraf kann das Dilemma vermeiden, indem er das Parlament auflöst. Das wäre undemokratisch, denn die Regierung ist demokratisch gewählt worden, und der Staatschef würde sich dem Vorwurf einhandeln, aus purem Eigeninteresse den Auflösungsbeschluss gefasst zu haben. Pakistans Machtzentrum ist noch immer das Militär. Wächst die Instabilität weiter, werden die Generäle nicht tatenlos zusehen. Ein berechenbares Pakistan ist für den Westen wichtig, weil die Befriedung Afghanistans ohne Pakistan nie möglich sein wird. Im schwer zugänglichen Grenzgebiet liegt das Rückzugsgebiet radikaler Islamisten. Hier steht auch die Wiege der Taliban. Wer nicht will, dass sich der Atomwaffenstaat talibanisiert, muss Pakistans Krise entschärfen. Sie wird angeheizt durch eine katastrophale Wirtschaftslage. Wer das nicht ändert, fördert die Radikalisierung und den Griff der Militärs nach der Macht.

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