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Rheinische Post: Kommentar "Die Elite geht"

    Düsseldorf (ots) - Schon immer sind Deutsche ausgewandert. Doch früher gingen die Armen, um etwa in Amerika ihr Glück zu machen. Heute geht ein Teil der Elite. Sie sollte man nicht Vaterlands-Verräter nennen, weil sie hier auf Kosten der Gemeinschaft Schule und Ausbildung mitnehmen, um dann im Ausland die Ernte einzufahren. Man sollte auf ihre Beweggründe schauen. Die meisten gehen, weil sie im Ausland deutlich mehr verdienen können. Das sind zum Beispiel Ärzte, die nach vielen vermurksten Gesundheitsreformen nicht mehr an angemessene Entlohnung für hochwertige Arbeit glauben. Viele Wissenschaftler gehen aber auch, weil sie Gestaltungsfreiheit vermissen. Ein Top-Forscher weiß besseres mit seiner Zeit anzufangen, als sie vorschriftsgemäß mit universitärer Selbstverwaltungsarbeit zu verbringen. Das eigentliche Problem sind aber nicht die Deutschen, die ins Ausland gehen. Das eigentliche Problem sind die Ausländer, die nicht nach Deutschland kommen. Der Wettbewerb um die besten Köpfe findet nur in eine Richtung statt. Auch daran ist die Politik mitschuldig. Nach dem Flop mit der Green Card hat sie bis heute keine Zuwanderungspolitik gewagt, die Elite aus dem Ausland großzügig lockt. Auch eine gute Aufgabe für die große Koalition.

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