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Weser-Kurier: Kommentar: Über das Einbürgern von Sportlern schreibt Jörg Niemeyer:

Bremen (ots) - Bei der Handball-Weltmeisterschaft 2015 waren es die Kataris, aktuell bei der Leichtathletik-Europameisterschaft die Türken: Um die Erfolgschancen ihrer Länder zu verbessern, ließen ihre Sportfachverbände kurzerhand ausländische Aktive einbürgern. Die Kataris wurden mit ihrer internationalen Auswahl Vizeweltmeister, während die Türken jetzt bei der EM 2016 fast so viele Medaillen gewannen wie bei allen anderen kontinentalen Titelkämpfen zwischen 1934 und 2014 zusammen. Zwei Beispiele, die für eine Entwicklung stehen, die vielleicht noch mit zunehmender Globalisierung zu erklären ist, mit sportlicher Fairness aber nichts mehr zu tun hat. Es ist ein schlechter Witz, dass sich Aktive aussuchen können, für welches Land sie starten wollen. Und auch, dass sich Länder Erfolg einfach so kaufen können. Als Gegenmaßnahme muss ja nicht gleich der Medaillenspiegel, der so etwas wie die Tabelle der Länderwertung ist, abgeschafft werden. Erforderlich ist aber, internationale Wechselbedingungen für die Sportler zu vereinheitlichen und, vor allem, sie zu erschweren.

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